Ein Leben ohne Mama oder Papa – wenn die Familie nicht komplett ist

Ein Leben ohne Mama oder Papa – wenn die Familie nicht komplett ist

Rund 15%-20% aller Mütter im deutschsprachigen Raum sind alleinerziehend. Dass dies nicht nur eine belastende Aufgabe für die Mutter ist, sondern auch bei den Kindern gewisse Bedenken verursacht, ist nicht verwunderlich. Die Tatsache, dass ein alleinerziehender Papa oder eine alleinerziehende Mama die Rolle des fehlenden Partners mit auffangen muss, erscheint mehr als anstrengend. Und dennoch ist es immer mehr in unserer Gesellschaft präsent, jedoch die Thematik eher ein Passus, der totgeschwiegen wird.

  • Was fehlt den Kindern?
  • Welche Art von verschiedengeschlechtlichen Beziehungen ist sinnvoll?
  • Beruf und Kind unter einen Hut bringen – gar nicht so einfach?
  • Sind Regeln sinnvoll für Kinder ohne Vater oder Mutter?

Was fehlt den Kindern?

Natürlich ist es klar, dass eine Mutter oder ein Vater die Rolle der fehlenden Person nicht immer ersetzen kann. Die Beziehung zwischen Mutter-Sohn und Vater-Tochter oder anders herum ist häufig tiefliegend und währt in vielen Fällen ein Leben lang. Muss nun ein Part beide Rollen erfüllen, so wird sich das oftmals schwierig gestalten. Wenn also die Eventualität besteht, so sollte auch bei einer Trennung die Bindung zu dem Kind zwischen beiden Parteien so eng wie möglich sein. Ist dies jedoch  aus verschiedenen Gründen nicht möglich, so muss ein Ausgleich geschaffen werden. Für ein Kind kann dies nur von Vorteil sein, um die verschiedengeschlechtlichen Beziehungen untereinander zu verstehen und auch die Bindung in emotionaler Weise sowohl zu Frauen als auch zu Männern zu festigen.  Dies ist nötig, um später im Leben selbst den Stellenwert als Mann oder Frau nachvollziehen zu können.

Welche Art von verschiedengeschlechtlichen Beziehungen ist sinnvoll?

Natürlich ist es für alleinerziehende Elternteile schwierig sich in eine neue Beziehung einzubringen, wenn das Kind doch an erster Stelle steht.  Bedenken Sie jedoch nicht nur das Wohl für das Kind, sondern auch das Ihrige. Was für Sie als Elternteil gut ist, kommt auch dem Kind zugute. Wie Sie sich entscheiden ist unmaßgeblich, wichtig ist, dass das Kind den Unterschied zwischen Mann und Frau erkennen kann. Damit das Kind dies erfährt, sollten die Beziehungen des Kindes zu verschiedengeschlechtlichen Personen in jeder Lage gegeben sein. In diesem Fall können eine gute Freundin oder ein Freund, der Onkel oder die Tante oder gar die Schwiegereltern hilfreich sein. Wichtig ist, dass das Kind den engen Kontakt zu anderen Bezugspersonen nicht verliert und erkennt, wie sich erwachsene Personen untereinander verhalten.

Hinweis: ein Kind braucht Vater und Mutter – ist diese Situation jedoch nicht gegeben, so kann es emotionale Beziehungen auch durch andere Personen aufnehmen, welche nicht  zwangsläufig die Vater- oder Mutterrolle übernehmen.

Beruf und Kind unter einen Hut bringen – gar nicht so einfach?

Meist sind es zwei Faktoren, die das Elternteil im Alltag unterbringen muss – Kind und Beruf. Die Bewältigung beider Dinge scheint oft nervenzerrend und ist körperlich anstrengend und dennoch will die Wohnung bezahlt, die Ordnung gewahrt und das Kind versorgt werden. Damit das Kind jedoch nicht untergeht und nichts an Liebe und Verständnis einbüßen muss, gilt es von Vorteil andere Menschen in den Alltag mit einzubringen. Gute Freunde, Omas und Opas, Onkel und Tanten sind nicht nur an Feiertagen ein Fels in der Brandung, auch an normalen Tagen ist es für das Elternteil sowie für das Kind nützlich die Unterstützung zu erfahren.

Sind Regeln sinnvoll für Kinder ohne Vater oder Mutter?

Auch wenn man vielleicht versucht dem Kind mit Geschenken, mehr Freiheiten und anderen Vorzügen den fehlenden Part in der Familie auszugleichen, so sollte dennoch ein gewisses Maß an Regeln herrschen. Ein Kind benötigt Grenzen, in denen es sich geborgen fühlt und die es nutzen kann. Es ist natürlich nicht verkehrt, dem Kind durch ein ausgewogenes Verhältnis aus Freiheit und Regeln ein familiengerechtes Leben zu ermöglichen. Versuchen Sie die Balance zu halten, um so dem Kind ein Leben mit allen Grundsätzen bestmöglich vorzuleben.

Fotocredit: Zurijeta/Shutterstuck.com

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