Kind und Hören

Kann mein Kind gut hören?

Damit ein Kind richtig sprechen lernen kann, muss es natürlich auch gut hören können. Ohne diese notwendige Voraussetzung ist das Erlernen von Worten nicht möglich. Schwerhörigkeit oder Gehörlosigkeit wird jedoch häufig erst spät oder gar zu spät diagnostiziert, denn kleine Kinder entwickeln mitunter eindrucksvolle Fähigkeiten, um ihr Defizit in punkto Hörvermögen durch andere Sinne auf zu wiegen.

  • Wie erkenn ich die Warnsignale meines Kindes?
  • Sind Stottern oder Lispeln Anzeichen für Hörschäden?
  • Wie kann man bei Hörschäden helfen?

Wie erkenn ich die Warnsignale meines Kindes?

Oftmals fallen Hörschäden erst dann auf, wenn das Kind in der sprachlichen Entwicklung hinterher hinkt oder nicht gut sprechen kann. Je früher jedoch ein Hörfehler entdeckt wird, desto besser kann man das Kind in seiner normalen Entwicklung fördern. Wird allerdings ein Hörschaden erst im Alter von vielleicht zwei oder drei Jahren aufgedeckt, so können erste Maßnahmen häufig zu spät sein. Grund: ab diesem Alter ist die Entwicklung des Gehirns meist weitestgehen abgeschlossen. Daher ist schnelle Hilfe in diesen Fällen sehr wichtig.

Beobachten Sie Ihr Kind und testen Sie von Zeit zu Zeit, ob folgende Aspekte auf Sie zutreffen:

  • Das Kind reagiert nicht auf seinen Namen.
  • Das Kind erschrickt nicht beim Lärm.
  • Schreckreaktionen wie z.B. herabfallende Dinge oder laute Baustellen bleiben bei Ihrem Kind aus.
  • Das Kind plappert nur selten nach.
  • Das Kind hört im Alter von sechs Monaten mit dem Brabbeln oder Lallen auf.
  • Im Altern von neun oder zwölf Monaten versteht es selbst einfache Mitteilungen wie „Nein.“ oder seinen Namen nicht.
  • Es artikuliert undeutlich und wirkt in seiner sprachlichen Entwicklung deutlich zurückgeblieben.

Sind Stottern oder Lispeln Anzeichen für Hörschäden?

In einem gewissen Stadium zeigen viele Kinder bestimmte Anzeichen von Stottern oder Lispeln. Diese vorübergehende Phase ist jedoch belanglos und bietet keine Anhaltspunkte für eine Sprachbesonderheit oder einen Hörschaden. Wichtig ist, dass Sie als Vorbild ein gutes Beispiel darstellen und Ihr Kind mit dem Stottern oder Lispeln nicht aufziehen, sondern in seinem Sprachverhalten unterstützen. Häufig verschwindet ein Lispeln oder ansatzweise Stottern nach wenigen Wochen von selbst.

Falls Sie dennoch Bedenken hegen, sollten Sie mit Ihrem Kinderarzt über die derzeitige Situation sprechen.

Wie kann man bei Hörschäden helfen?

Liegt nur ein kleiner oder mittelschwerer Hörschaden vor, so kann meistens mit Hilfe von Medikamenten oder durch kleine operative Eingriffe Abhilfe geschafft werden. Hier ist häufig das äußere oder das mittlere Ohr betroffen und in der Regel gut therapierbar. Ist jedoch das Innenohr betroffen, so werden oftmals Hörgeräte zur Erleichterung verwendet. In Fällen von Taubheit kann heutzutage ebenfalls durch Einpflanzen von elektronischen Geräten in das Innenohr Linderung verschafft werden. Übrigens: Um späteren Hörschäden bei Kindern vorzubeugen, gibt es für laute Umgebungen im Handel bereits ganze speziellen Gehörschutz für Kinder zu kaufen.

Wichtig für all diese Punkte ist jedoch immer eine frühzeitige Therapie, damit ein Erfolg gegeben ist. Sehr wichtig: die medizinische Behandlung sowie jegliche Unterstützung in dieser Richtung ist entscheidend, um die geistige und soziale Entwicklung Ihres Kindes nicht zu gefährden. Eine frühe Förderung im Bereich der Sprache und des Hörens, möglichweise auch durch die Beihilfe von Logopädie können hier wertvolle Dienste leisten.

Auch die Zukunft muss bedacht werden: die Wahl über Kindergarten und Schule sowie die Möglichkeit, dass diese für gehörgeschädigte Kinder über gezielte Fachkräfte verfügen, ist für Ihr Kind äußerst wichtig. Spezielle Alternativen sind oftmals leicht gefunden, dennoch muss immer über intensive pädagogische und auch audiologische Betreuung nachgedacht und gesprochen werden. Denn durch diese nachdrückliche Fürsorge kann einem schwerhörigen Kind die Chance dargeboten werden, ein normales und gewinnbringendes Leben zu führen.

 

Fotocredit: TY Lim/Shutterstock.com

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