Mein Baby hat Durchfall – was kann ich tun?

Babybauch

Mein Baby hat Durchfall – was kann ich tun?

Bei Durchfall verlieren Babys viel Flüssigkeit. Das führt schnell zur Dehydrierung und ist lebensbedrohlich. Wir erklären Ihnen im Beitrag, welche Ursachen es für die Erkrankung Ihres Schützlings gibt, was Sie bei der Behandlung beachten und wann Sie dringend einen Arzt aufsuchen sollten.

Die Ursachen für Durchfall bei Ihrem Baby

Generell handelt es sich bei Durchfall nicht um eine eigenständige Erkrankung, sondern um ein Symptom. In vielen Fällen liegen die Ursachen bei einer Besiedelung des Darms mit Bakterien oder Viren. Vergleichbar sind die Folgen mit denen eines herkömmlichen Schnupfens. Bei ihm schwillt die Schleimhaut durch die Entzündung an, rötet sich und sondert Schleim sowie Wasser ab. Ähnlich ist es bei dem Durchfall Ihres Babys. Hier entzündet sich eine große Fläche im Darm, wodurch das Kind viel Flüssigkeit verliert. Mit dem Wasser scheidet es lebenswichtige Mineralstoffe, wie Chlor, Natrium und Kalium aus.

Neben Bakterien und Viren kommen verschiedene Medikamente als Verursacher infrage. Antibiotika führen häufig zu Durchfall. Rauchen Sie in der Stillzeit, sorgt das für dünnen Stuhl beim Baby. Das Symptom zeigt sich als Begleiterscheinung von Harnwegsinfektionen, Atemwegserkrankungen, Mittelohr- und Blinddarmentzündungen oder beim Zahnen. Eine weitere Ursache ist ein vermehrter Konsum von Fruchtsaft. Dieser verflüssigt den Stuhl des Babys, da der enthaltene Zucker das Wasser im Darm bindet.

Oft zeigen sich die Symptome gemeinsam mit Bauchschmerzen und Blähungen. Stillen Sie Ihren Säugling ist ein weicher Stuhl normal. Der sogenannte Muttermilchstuhl tritt mehrmals täglich auf.

Viren und Bakterien als Auslöser für den Durchfall

Zu den häufigsten Ursachen des Durchfalls bei Babys gehören Rota-Viren. Sie liegen in 80 Prozent der Fälle als Verursacher vor. Ebenso treten Adenoviren oder Noroviren auf. Bei einem Befall leiden Babys nicht nur unter einem wässrigen Stuhl. Hinzu kommen Erbrechen und Fieber. Verursachen Viren den Durchfall, verliert das Kind schnell große Mengen an Flüssigkeit. Bei blutigem oder schleimigen Stuhl stecken Bakterien, wie Campylobacter, Salmonellen und die Darmbakterien Escherichia coli (E. coli) dahinter.

Wann bringe Ich mein Kind zum Arzt?

Grundsätzlich hängt der Gang zum Arzt vom Alter des Kindes ab. Die jüngsten verlieren schneller Flüssigkeit als ältere Babys. Achten Sie auf das allgemeine Befinden des Schützlings. Tritt kein Fieber auf und es ist lebhaft, warten Sie einen Tag ab. Bei großen Verhaltensänderungen gehen Sie sofort zum Kinderarzt. Das gilt vor allem, wenn das Baby nicht isst und trinkt, stark erbricht und Fieber hinzukommt.

Wann ist der Durchfall bei Ihrem Baby gefährlich?

Verliert das Kind viel Flüssigkeit, steigt die Gefahr für eine Dehydrierung. Wiegen Sie das Baby sofort nach dem ersten Durchfall. Mit dieser Angabe vergleicht der Arzt das Normalgewicht des Kindes und schätzt ab, wie viel Flüssigkeit das Baby verlor. Danach richtet sich die Behandlungswürdigkeit des Falles. Verliert das Kind weniger als fünf Prozent seines ursprünglichen Gewichtes, ist das ungefährlich, über zehn Prozent besteht große Gefahr. Bringen Sie das Kind sofort in eine Klinik. Bei geringeren Flüssigkeitsverlusten bietet es sich an, das Baby ebenfalls zur Untersuchung bei einem Arzt vorzustellen.

Leidet Ihr Baby unter einem erhöhten Flüssigkeitsverlust, zeigen sich folgende Symptome:

  • Mundtrockenheit,
  • Weinen ohne Tränen,
  • mangelnde Elastizität der Bauchhaut,
  • Fontanelle sinkt ein,
  • Baby reagiert nicht auf Ansprache und ist schläfrig,
  • hohes Fieber,
  • keine Urinabsetzung innerhalb von 12 Stunden.

Behandlung des Durchfalls

Oft stoppt der flüssige Stuhl nach wenigen Tagen selbstständig. Bei einem geringen Flüssigkeitsverlust geben Sie Ihrem Baby Anis-, Fenchel- oder Kamillentee. Bei starkem Durchfall und Fieber reicht Flüssigkeit nicht aus. Elektrolyt- und Rehydratationslösungen verhindern das Austrocknen. Diese erhalten Sie in Ihrer Apotheke. Durch die Flüssigkeit sinkt die Temperatur des Kindes. Bei starkem Fieber bietet sich die Gabe von Fieberzäpfchen oder Fiebersaft an. Bei starkem Stuhlgang empfiehlt sich Letzterer. Das Fieber trocknet den kleinen Körper zusätzlich aus, daher senken Sie dieses unbedingt ab. Zudem helfen Medikamente mit Racecadotril sowie Heilmittel mit Milchsäurebakterien, die Keime herauszuschwemmen. Sie reduzieren den Verlust an Flüssigkeit im Darm. Konsultieren Sie vorab besser den Kinderarzt, bevor Sie zur Selbstmedikation greifen.

Weitere Tipps zum Umgang mit dem kleinen Patienten

Achten Sie auf eine einwandfreie Hygiene, da Sie die Erreger per Schmierinfektion auf sich selbst oder andere Familienmitglieder übertragen. Waschen Sie sich häufig die Hände mit warmem Wasser und Seife. Reinigen Sie die Toilette sowie die benutzte Wäsche des Kindes. Meiden Sie den Kontakt zum Speichel des Babys, da er ebenfalls Keime enthält.

Fotocredit: DONOT6_STUDIO/Shutterstock.com

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