Schwerhörigkeit bei Kleinkindern

Kinderohr

Schwerhörigkeit bei Kleinkindern

Wenn sich ein Paar dazu entscheidet, sein Leben künftig zu Dritt anstatt zu Zweit zu verbringen, ruhen vom Zeitpunkt des positiven Schwangerschaftstests bis hin zur Geburt alle Hoffnungen darauf, dass ein gesundes Kind zur Welt kommen möge. Dieser Wunsch ist nichts Schlimmes und hat keine egoistischen Beweggründe – er kann als Ausdruck größter Besorgnis und grenzenloser Liebe verstanden werden, denn auch ein Leben mit kleinen Handicaps – wie Schwerhörigkeit oder Lernschwächen – ist eben ein Leben, in dem es gilt, sehr viel mehr zu kämpfen und immer wieder neue Hindernisse zu überwinden, bevor man das erreicht, was andere spielend erreichen können. Gerade die Schwerhörigkeit bei Kleinkindern sollte nicht auf die leichte Schulter genommen und rechtzeitig erkannt und behandelt werden, um den Sprösslingen einen unkomplizierten Start ins Leben zu ermöglichen.

Ursachen der Schwerhörigkeit bei Kleinkindern

Viele Eltern, deren Kind schwerhörig ist, fragen sich verzweifelt, welche Ursachen dem zugrunde liegen könnten. Zum einen wäre da beispielsweise die vererbte Schwerhörigkeit zu nennen, die bereits im Verlaufe der Schwangerschaft entsteht und erst später zutage tritt. Doch nicht immer ist es eine reine Vererbung, die zu Schwerhörigkeit bei Kleinkindern führt, manchmal kann dieser Defekt auch ohne erbliche Vorbelastung auftreten. In diesem Fall wird dann von einer angeborenen Schwerhörigkeit gesprochen. Eine Ursache für das Auftreten einer angeborenen Schwerhörigkeit konnte bisher leider nicht eindeutig festgestellt werden.

Schwerhörigkeit kann jedoch auch im Verlaufe des Lebens erworben werden. Manchmal kommt es während der Kindheit zu Situationen, in denen das Kind scheinbar schwerer hören kann, als es noch vor einigen Wochen der Fall war. Dies kann verschiedene – teils harmlose – Ursachen, wie einen durch Ohrschmalz verstopften Gehörgang oder Flüssigkeitsansammlungen in der Paukenhöhle des Ohrs, haben. Ausgelöst werden solche Flüssigkeits- oder Schleimansammlungen übrigens oft durch ständig wiederkehrende Nebenhöhlen- und Mittelohrentzündungen.

Ein perfektes Hörvermögen am Tage der Geburt bedeutet also nicht, dass ein Kind niemals an Schwerhörigkeit leiden wird, denn im Verlaufe seines Lebens können auch diverse Krankheiten – wie Röteln und Masern – dazu führen, dass seine Gehörgänge angegriffen werden, was eine Beeinträchtigung seines Hörvermögens nach sich zieht. In Anbetracht dieser Tatsache rücken alle Impfungen, denen sich ein Kleinkind unterziehen muss, immer mehr in den Fokus der Eltern, sollen diese doch einen ausreichenden Schutz gegen bestimmte Krankheiten – wie Röteln – bieten.

Durch eine Impfung lassen sich jedoch nicht alle möglichen Gefahren, die im Nachhinein zur Schwerhörigkeit führen können, komplett ausschalten. Schon die Einnahme bestimmter Antibiotika oder ein durch äußere Einwirkung hervorgerufenes Knalltrauma – verursacht durch ein sehr lautes Geräusch, welches unmittelbar in der Nähe des kindlichen Gehörgangs auftritt – können dazu führen, dass sich eine Schwerhörigkeit entwickelt. Nicht zuletzt ist es sogar möglich, dass die Kinder sich im Verlaufe ihres Lebens selber irreparable Schäden am Gehörgang zufügen, indem sie über einen langen Zeitraum hinweg ihr Ohr mit lauter Musik beschallen. Teenager können im besten Fall durch die Eltern auf dieses Risiko aufmerksam gemacht werden, bei Kleinkindern liegt es jedoch in der Hand der Erwachsenen, dafür zu sorgen, dass ihr Nachwuchs nicht unbeaufsichtigt mit Kopfhörern hantiert.

Schwerhörigkeit früh genug erkennen

Der Wunsch der meisten Eltern, jeden Fortschritt in der Entwicklung ihres Kindes so früh wie möglich zu beobachten und eventuell auch festzuhalten, kann bei der Früherkennung einer eventuell vorliegenden Schwerhörigkeit des Kleinkindes von großem Nutzen sein. Wer sich über diese Beeinträchtigung jedoch bisher noch keine Gedanken gemacht hat, sollte zumindest einige Faktoren, die zu einer Schwerhörigkeit bei Kleinkindern führen können, für sich verinnerlichen und mit seiner aktuellen Situation vergleichen, um zu wissen, ob er vielleicht doch gezielt auf die kleinen, aber feinen Merkmale einer vorliegenden Schwerhörigkeit achten sollte.

Folgende Faktoren können dazu führen, eine Schwerhörigkeit beim Kind auszulösen:

  • Veranlagung zur Schwerhörigkeit liegt in der Familie
  • Schwangerschaftskomplikationen wie eine Infektion (Röteln/Toxoplasmose)
  • Eine Frühgeburt
  • Eine schwere Geburt
  • Konsum gefährlicher Substanzen während der Schwangerschaft (Drogen/Medikamente/etc.)
  • Chronische Entzündungen der Nebenhöhlen oder des Mittelohrs (beim Kind)
  • Das Kind ist bereits an einer Virusinfektion erkrankt gewesen (Masern/etc.)
  • Das Kind litt schon einmal unter einer Schädelverletzung

Sollten eines oder mehrere dieser Merkmale zutreffen, müssen die Eltern gezielt darauf achten, ob sie bei ihrem Kind Anzeichen für Schwerhörigkeit entdecken können. Eines der deutlichsten Anzeichen für dieses Handicap ist eine stark verzögerte und langsame Sprachentwicklung. Dies liegt auf der Hand, denn wer sein Umfeld nicht in gesundem Maße hören und verstehen kann, hat auch Schwierigkeiten damit, sich den Gebrauch von Sprache anzueignen.

Dieses frühe Warnzeichen für eine vorliegende Schwerhörigkeit bei Kleinkindern kann jedoch erst ab einem gewissen Alter vernünftig eingeschätzt werden. Ein Kind, welches mit 6 Monaten noch keinerlei Anzeichen dafür zeigt, bald die ersten Wörter und Sätze sprechen zu wollen, ist kein sicherer Kandidat für eine Untersuchung auf Schwerhörigkeit. Eltern, die jedoch bemerken, dass ihr wenige Monate alter Sprössling so gar nicht auf laute Geräusche in seiner Umgebung reagiert und neugierig den Kopf zur Quelle des Lärms dreht, sollten schon eher hellhörig werden.

Wenn die Eltern die Entwicklung ihres Kindes sorgfältig überwachen und bei einem möglichen Verdacht auf Schwerhörigkeit sofort einen Experten aufsuchen, können jedoch meist ganz schnell praktische Lösungen gefunden werden, die dem Kind dabei helfen, gut mit der Schwerhörigkeit zu leben.

Wege, um mit der Schwerhörigkeit des Kindes umzugehen

Lautet die Diagnose dann tatsächlich „schwerhörig“, sollten sich die Eltern und ihr Nachwuchs mit dem Gedanken an eine Hörhilfe anfreunden. Im Gegensatz zur Verwendung früherer Geräte oder gar uralter Hörrohre müssen die Schwerhörigen unserer modernen Zeit keine klobigen, unkomfortablen Hörhilfen mehr mit sich herumtragen, so dass der Einsatz auch für Kleinkinder als einfach und bequem zu beschreiben ist.

 

Fotocredit: Forest man72/Shutterstock.com

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