Baby-Fütterung

Baby-Fütterung

Halten Sie Ihr Baby nach der Geburt erstmals in den Armen, ist es am besten, wenn Sie es gleich an die Brust legen. Durch seinen angeborenen Saugreflex beginnt das Baby sofort zu trinken, sobald es die Brustwarze entdeckt hat. Ist das Baby satt, beendet es diese erste Stillmahlzeit von selbst.

 

Kolostrum

 

Die Milch, die in den ersten zwei bis fünf Tagen zur Verfügung steht, um das Neugeborene zu ernähren, wird als Kolostrum bezeichnet. Sie ist eiweißreicher als die spätere, reife Muttermilch, hat eine etwas dickflüssigere Konsistenz und eine gelbliche Farbe. Das Kolostrum enthält zudem eine höhere Konzentration an Vitamin A und Vitamin K und ist reich an Abwehrstoffen, vor allem an Immunglobulin A. Im Gegensatz zur reifen Muttermilch ist das Kolostrum fettärmer und enthält weniger Kohlenhydrate in Form von Laktose. Das macht sie für den noch empfindlichen Darm des Babys besonders leicht verdaulich.

 

Still-Rhythmus

 

Anfangs ist es am besten, wenn Ihr Baby mindestens acht bis zwölf mal innerhalb von 24 Stunden gestillt wird. Über Stillabstände braucht man sich nicht allzu viele Gedanken zu machen, denn das Baby signalisiert, wenn es hungrig ist und Bedarf an Muttermilch hat. Wenn es sich beispielsweise über die Lippen leckt oder die Zunge hinausstreckt, Schmatzgeräusche von sich gibt, die Lippen spitzt oder die Hand zum Mund führt, kann man davon ausgehen, dass es hungrig ist. Erst, wenn diese Anzeichen übersehen worden sind, setzt Geschrei ein.

Besteht ein Milchüberschuss oder möchten auch die Väter in das Stillritual eingebunden werden, kann die Muttermilch mithilfe einer Milchpumpe abgepumpt und dem Baby per Fläschchen angeboten werden.

 

Gewichtsabnahme in den ersten Tagen

 

In den ersten Tagen nach der Geburt können gestillte Neugeborene etwas an Gewicht verlieren. Dies geschieht vor allem durch die Ausscheidung von Körperflüssigkeit und Mekonium (Kindspech). Möglicherweise hat Ihr Baby auch etwas Fruchtwasser geschluckt und spuckt dieses wieder aus, wodurch sich das Gewicht ebenfalls verringern kann. Die Gewichtsabnahme Ihres Babys sollte jedoch nicht mehr als sieben Prozent des Geburtsgewichts betragen.

Ungefähr zwei bist fünf Tage nach der Geburt – also nach der Phase des Kolostrums – sollte Ihr Baby nicht weiter abnehmen, sondern wieder an Gewicht zunehmen. Idealerweise hat es sein Geburtsgewicht am 10. bis 14. Lebenstag erneut erreicht, spätestens jedoch nach drei Wochen.

Kommt es zu einer größeren Gewichtsabnahme, ist das ein Hinweis auf eine mögliche Störung des Stillablaufes. So kann es etwa an Schwierigkeiten beim Anlegen, der Häufigkeit und Dauer der Stillmahlzeiten oder der Milchproduktion der Mutter liegen, dass das Baby nicht in ausreichendem Maße zunimmt. Sollte dies der Fall ein, müssen umgehend entsprechende Maßnahmen zur Verbesserung getroffen werden. Wenden Sie sich daher bei Stillproblemen an Ihren behandelnden Arzt, Ihre Hebamme oder Ihre Stillexpertin.

 

Säuglingsanfangsnahrung

 

Wenn Sie nicht stillen können oder wollen, besteht die Möglichkeit, Ihr Baby mit industriell gefertigter Säuglingsanfangsnahrung zu füttern. Diese genügt heutzutage bereits hohen Standards und versorgt Ihr Baby mit den wichtigsten Nährstoffen, die es für eine gesunde Entwicklung benötigt.

 

Abstillen

 

Stillexperten sind sich weitgehend einig, dass es keinen richtigen Zeitpunkt zum Abstillen gibt. Jede Mutter sollte selbst entscheiden, wann sie mit dem Stillen aufhören möchte. Sie kann diese Entscheidung natürlich auch ihrem Kind überlassen.

Die WHO empfiehlt, Babys sechs Monate lang ausschließlich zu stillen, das heißt, ohne zusätzliche Speisen und Getränke (auch kein Wasser!) außer Muttermilch zu ernähren. Danach kann mit der Gabe von Beikost begonnen werden.

 

Beikost

 

Ein Zeichen dafür, dass ein geeigneter Zeitpunkt für die Gabe von Beikost erreicht ist, liegt darin, dass Babys von alleine Interesse an anderer Nahrung zeigen. Greifen sie beispielsweise bei den gemeinsamen Mahlzeiten nach den Speisen der Eltern oder Geschwister, sind Babys in der Regel bereit für Beikost. Als Beikost ab dem sechsten Monat eignen sich gekochtes und püriertes  Gemüse, Kartoffeln, Getreide, Fleisch und Obst. Ab dem ersten Geburtstag können Babys dann in der Regel und mit Einschränkungen alles essen, was auch bei der übrigen Familie auf den Tisch kommt.

Zu beachten ist hierbei, dass für Babys stark gewürzte Speisen nicht geeignet sind. Verfeinern Sie Ihre Speisen besser mit Fenchel, Anis oder Kümmel, was sehr bekömmlich für Babys Bauch ist. Auch gezuckerte oder mit Honig gesüßte Speisen sollten nach Möglichkeit aus Babys Ernährungsplan weggelassen werden. Vorsicht ist auch bei einigen Gemüsesorten geboten: verschiedene Kohlsorten, Hülsenfrüchte, Knoblauch, Zwiebel oder Lauch verursachen Blähungen. Besser geeignet sind etwa Brokkoli, Karotten oder Zucchini.

Wichtig ist, dass die Beikost schrittweise eingeführt wird. So kann man fürs erste eine Mahlzeit mit Beikost ersetzen und die Beigabe dann Schritt für Schritt steigern.

 

Text: Claudia Z.

Fotocredit: shurkin_son/Shutterstock.com

 

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