Pseudokrupp – wenn das Kind unter Atemnot leidet

Pseudokrupp

Pseudokrupp – wenn das Kind unter Atemnot leidet

Mitten in der Nacht, wenn man nichts Übles ahnt, kann es passieren. Das Kind beginnt zu röcheln, hustet abgehackt und japst nach Luft. Dies sind klassische Symptome von Pseudokrupp. Unter Pseudokrupp bezeichnet man eine Entzündung des Rachen- sowie Kehlkopfbereiches. Schwellen nun die Schleimhäute in diesem Gebiet an, werden die Atemwege unter Umständen eingeengt und es kommt zu Atemnot. Eine Situation, welche viele Eltern durchaus überfordern kann – aber dennoch gilt: Nicht in Panik geraten und Ruhe bewahren!

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  • Was bedeutet Pseudokrupp?
  • Wann kann Pseudokrupp entstehen?
  • Welche Kinder sind mitunter betroffen?
  • Wie genau äußert sich ein Pseudokruppanfall?
  • Maßnahmen für zu Hause
  • Welche Medikamente helfen bei Pseudokrupp?

Was bedeutet Pseudokrupp?

Pseudokrupp bedeutet in Fachkreisen nichts anderes als „falscher“ Krupp.  Dieser Begriff entstand zu Zeiten, als gegen Diphterie noch keine Impfungen vergeben wurden und der Diphterie-Krupp (Kehlkopfentzündung) von dem Pseudokrupp  zu unterscheiden galt.

Der Pseudokrupp wird durch einen Virus versucht, der bei anderen Kindern vielleicht nur eine Erkältung darstellt. Der Erreger bewirkt ein Anschwellen der Schleimhäute im Bereich des Kehlkopfes und der Stimmbänder. Dem Kind fällt nun das Atmen schwer, der charakteristisch bellende Husten – auch „Schafhusten“ genannt -,  eine etwaige Heiserkeit sowie schlimmstenfalls Atemnot vervollständigen das Bild.

Wann kann Pseudokrupp entstehen?

Besonders in den Wintermonaten – hiermit sind insbesondere die Monate Oktober bis März – aber auch raue Witterung oder starke Wetterumschwüngen zu feuchtkalter Luft können einen Pseudokruppanfall begünstigen.

Welche Kinder sind mitunter betroffen?

Kinder im Alter von 6 Monaten bis 3 Jahren sind am häufigsten betroffen. Seltener fallen ältere Kinder bis 6 Jahren in das Schema der Pseudokrupp – Erkrankung. Während einige Kinder lediglich einen Anfall in ihrem Kleinkindalter verbuchen, neigen andere Kinder hingegen zu mehreren Pseudokruppanfällen. Bei Ihnen kann ein Anfall mehrmals im Verlauf von einem oder mehreren Jahren vorkommen.

Wie genau äußert sich ein Pseudokruppanfall?

Die Atemnot selbst passiert meist in der Nacht. Das Kind ist eigentlich topfit, zeigt keine Anzeichen von Fieber, vielleicht höchstens leichtes Fieber, und wirkt auch sonst gesund. Lediglich schwere Atmung, begleitet von pfeifenden Atemgeräuschen und ein blechender Husten zeigen den Pseudokrupp an.

Die Atemnot kann auch bei dem Kind Panik auslösen. Daher ist es wichtig, dem Kind das Gefühl von Sicherheit zu geben, um die Atemnot nicht noch zu verstärken.  Kleine Tipps:

  • Bleiben Sie ruhig.
  • Reden Sie normal und wie immer mit dem Kind.
  • Nehmen Sie das Kind auf den Arm.
  • Kuscheln Sie mit ihm und geben Sie ihm das Gefühl, dass alles in Ordnung ist.

 

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Maßnahmen für zu Hause

Wenn Sie einen Pseudokruppanfall bemerken ist es wichtig, dass Sie Ruhe bewahren! Nehmen Sie das Kind auf den Arm, geben Sie ihm das Gefühl von Sicherheit und bringen Sie es in eine aufrechte Lage, so erleichtern Sie ihm das Atmen.

Häufig sorgt das Einatmen von feuchter Luft für Besserung.  Daher sollten Sie die Fenster im Raum weit öffnen, das Kind warm anziehen und vor das Fenster gehen. Besser wäre, wenn die Möglichkeit besteht, den Balkon zu betreten.

Eine weitere Methode zur Atemerleichterung entsteht durch die Erzeugung von feuchtwarmer Luft. Hierzu lassen Sie im Badezimmer heißes Wasser in die Wanne oder in die Dusche laufen und Öffnen gleichzeitig das Fenster. Durch den entstehenden Dampf wird die Atemluft angefeuchtet und erleichtert dem Kind die Atmung. Alternativ kann man auch feuchte Tücher über die Heizung hängen, um die restliche Nacht für das Kind angenehm zu gestalten.

Ändert sich die Situation des Kindes nicht oder wird gar schlimmer – dies könnte schwere Atemnot begleitet von Blaufärbung der Haut darstellen – sollten Sie SOFORT einen Arzt aufsuchen. Zögern Sie nicht und verständigen Sie einen Krankenwagen, da diese Ihnen bestmöglich weiterhelfen können und Sie schnellstmöglich und sicher in ein Krankenhaus befördern.

Welche Medikamente helfen bei Pseudokrupp?

Damit die Schleimhäute im Rachenraum schnellstmöglich wieder abschwellen, haben sich Cortisonpräparate als äußerst dienlich erwiesen. Sie werden in der Regel in Zäpfchenform dargereicht und wirken meist nach 15-40 Minuten. In dieser Zeit bemerken Sie wie die Atmung des Kindes wieder normaler wird, es wieder sprechen kann und der Husten abklingt.

Da die Behandlungsdauer meist recht kurz ist, wird nur ein Zäpfchen verordnet, Nebenwirkungen sind nicht zu erwarten.

Ist im Fall eines Falles jedoch widererwartend keine Besserung in Sicht, so wird das Kind im Krankenhaus mit Adrenalin beatmet. Da dies jedoch eine Erhöhung der Herzfrequenz zur Folge hat, wird das Kind für mindestens einen Tag stationär aufgenommen, um den Krankheitsverlauf des Kindes zu beobachten.

Fazit

Wenn das Kind des Nachts einen Pseudokruppanfall erleidet, sind diese Punkte für eine baldige Genesung sehr wichtig

  • Bewahren Sie Ruhe, geben Sie dem Kind das Gefühl von Sicherheit.
  • Nehmen Sie das Kind auf den Arm, reden Sie ruhig mit ihm.
  • Legen Sie das Kind in warme Decken und treten Sie mit dem Kind auf dem Arm an das weit geöffnete Fenster oder lassen Sie heißes Wasser in die Dusche laufen, damit die Atemwege des Kindes befeuchtet werden können.
  • Bessert sich der Zustand des Kindes nicht, so verständigen Sie einen Notarzt!
  • Cortisonzäpfchen schaffen Abhilfe und lassen die Schleimhäute im Bereich des Rachens- und Kehlkopfbereiches abschwellen.

Fotocredit:  leungchopan, Art_Photo /Shutterstock.com

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