Deshalb ist Känguruhen so wichtig für Ihr Frühchen

Baby übt sich im Känguruhen

Deshalb ist Känguruhen so wichtig für Ihr Frühchen

Ihr Baby hat das Licht der Welt zu früh erblickt? Mit dem sogenannten Känguruhen können Sie die Entwicklung Ihres Frühchens nachhaltig fördern. In den meisten Frühchenstationen ist diese Methode deshalb auch längst etabliert.

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Was ist Känguruhen?

Känguruhen gibt Ihrem Frühchen die Nähe und Geborgenheit, die es durch die jähe Geburt aufgeben musste. Eigentlich sollte es noch im Mutterleib weilen, ganz nah bei Mama. Bei der Känguru-Methode wird das nackte Baby sanft auf die nackte Brust von Mama oder Papa gelegt. Weil Frühchen ihre Körpertemperatur noch nicht selbst halten können, bedeckt man es mit warmen Tüchern. Nun fungieren die Eltern gewissermaßen als Inkubatoren oder Wärmebettchen. Beim Känguruhen nimmt das Frühchen Körperwärme, Geruch, Atmung und Herzschlag von Mama und Papa ganz besonders intensiv wahr. Für die Entwicklung frühgeborener Kinder ist das ungemein förderlich.

Wenngleich vor allem bei deutlich frühgeborenen Kindern allein die Vorbereitung zum Känguruhen recht viel Zeit in Anspruch nimmt, wiegt der förderliche Effekt auf die Entwicklung des Frühchen das auf. Deshalb plädieren Fachleute auch dafür, das Känguruhen auf Säuglingsintensivstationen unbedingt zu forcieren. In manchen Krankenhäusern ist es nämlich erst ab einem bestimmten Reifegrad beziehungsweise Körpergewicht erlaubt. Damit die Känguru-Methode nachhaltig wirkt, sollte sie wenn möglich mindestens eine Stunde lang andauern.

Übrigens: Die Namensherkunft der Känguru-Methode kommt nicht von ungefähr. So werden die Jungen von Kängurus unreif geboren und reifen im Beutel der Mutter nach.

 

Känguruhen

So hilft Känguruhen Ihrem Frühchen

Ihr Baby hat das Licht der Welt zu früh erblickt? Mit dem sogenannten Känguruhen können Sie die Entwicklung Ihres Frühchens nachhaltig fördern. In den meisten Frühchenstationen ist diese Methode deshalb auch längst etabliert. Beim Känguruhen wirkt die Körperwärme der Eltern auf das Frühchen. Das ist ausgesprochen wichtig, da es seine Temperatur noch nicht selbständig halten kann. Doch auch von Ihrem Herzschlag und Ihrer Atmung profitiert Ihr Baby. Schließlich kennt es beides nur zu gut aus dem Mutterleib! Ebenso wirken Stimme und Geruch der Eltern nachhaltig auf das Frühchen. Bei der Känguru-Methode werden nicht nur Hör- und Geruchssinn des Babys stimuliert, auch der Tastsinn wird durch den Haut-zu-Haut-Kontakt gefördert.

Von all diesen positiven Effekten des Känguruhens profitiert Ihr Frühchen nachhaltig: Atmung und Herzfrequenz werden stabilisiert, es schläft ruhiger und kann seine Körpertemperatur besser halten. Außerdem fördert die Känguru-Methode auch das Immunsystem des Frühchens, wirkt nachhaltig auf das Bindungsverhalten und regt eine harmonische Stillbeziehung an.

 

Das bewirkt Känguruhen bei den Eltern

Känguruhen wirkt sich bei Mama und Papa massiv auf die Bindung zum Kind aus. Für das Bindungsverhalten ist eine Frühgeburt nämlich stets kontraproduktiv. Wo bei einer normalen Geburt gemeinsames Kuscheln, Kennenlernen und der Auftakt zum Stillen im Zentrum stehen, geht es bei zu früh geborenen Kindern in erster Linie um die medizinische Versorgung. Statt gemeinsamer Kuschelzeit werden Inkubator, Wärmebettchen, Atemhilfen oder Magensonden zum erdrückenden Alltag. Das Känguruhen wirkt sich so nicht nur nachhaltig auf die Eltern-Kind-Bindung aus, es gibt Mama und Papa zusätzlich das Gefühl, wichtig für Baby zu sein. Ein Gefühl, dass der stets präsenten Hilflosigkeit positiv entgegenwirken kann.

 

Känguruhen: auch für das Stillen wesentlich

Känguruhen wirkt sich auch nachhaltig auf die Stillbeziehung aus. Viele Mamas sind unsicher: Kann ich mein Frühchen stillen? Nun, wird ein Baby vor der 34. Schwangerschaftswoche geboren, ist es meist zu schwach, um selbständig von der Brust zu trinken. Sie werden zunächst Muttermilch abpumpen müssen. Durch die Känguru-Methode führen Sie Ihr Frühchen aber an die Brust heran und stimulieren natürliche Abläufe. Sobald Ihr Baby kräftig genug ist, können Sie die ersten Stillversuche starten.

 

Text: Daniela Kirschbaum

Fotocredit: Jason Mark M, hans engbers / Shutterstock.com

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