Rückbildungsgymnastik

Rückbildungsgymnastik nach der Geburt

Während einer Schwangerschaft und der Geburt wird ein Körper bis an die Grenzen belastet. Eine Rückbildungsgymnastik nach der Geburt ist somit unbedingt anzuraten. Bei einer Rückbildungsgymnastik können schwangerschafts- und geburtsbedingte Veränderungen wieder rückgebildet und gestärkt werden.

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Welche Körperregionen werden besonders belastet?

Bauch
Durch die wachsende Gebärmutter werden auch die Bauchmuskeln stark beansprucht. Nach der Geburt brauchen Sie wieder gezielte Übungen, um sich gut zusammenziehen zu können.

Gebärmutter
Die Gebärmutter wächst in der Schwangerschaft von ca. 70g auf 1000g. Nach der Geburt muss sie sich Tag für Tag immer weiter zurückbilden, bis sie sich nach etwa 6 Wochen wieder auf Normalgröße verkleinert hat.

Beckenboden
Der Beckenboden muss während der Schwangerschaft das Gewicht der Organe und der immer größer werdenden Gebärmutter tragen. Während der Geburt muss er das komplette Gegenteil machen- er muss sich komplett entspannen und das Kind durchlassen. Im Wochenbett  muss er nun wieder gestärkt werden, damit er seine ursprüngliche Haltefunktion wieder aufnehmen kann. Ein geschwächter Beckenboden kann Ursache für Inkontinenz, Instabilität und Vorfall von Organen auslösen. Aus diesem Grund ist sicher verständlich, dass der Beckenboden gut trainiert werden soll!

 

Rückbildungsgymnastik nach der Geburt

Wie und wann kann ich mit der Rückbildungsgymnastik nach der Geburt beginnen?

Unmittelbar nach der Geburt können Sie durch einfache Handlungen wirkungsvoll Rückbildung betreiben.

Stillen
: Durch das Stillen wird ein Hormon ausgeschüttet, welches die Gebärmutter anregt, sich zusammen zu ziehen. Dies ist eines der besten Mittel für eine natürliche Rückbildung!: Aufgrund der nun veränderten Verhältnisse im Bauchraum (die Harnblase hat nach der Geburt nun wieder sehr viel Platz) kann sich die Harnblase enorm aufdehnen. Eine volle Harnblase stört einerseits die Gebärmutter beim Zusammenziehen , andererseits kann sich diese überfüllen. Gehen Sie regelmäßig auf die Toilette (alle 3h), auch wenn Sie das Gefühl zum Harnlassen anfangs noch nicht spüren.

Häufiges Harnlassen: Aufgrund der nun veränderten Verhältnisse im Bauchraum (die Harnblase hat nach der Geburt nun wieder sehr viel Platz) kann sich die Harnblase enorm aufdehnen. Eine volle Harnblase stört einerseits die Gebärmutter beim Zusammenziehen , andererseits kann sich diese überfüllen. Gehen Sie regelmäßig auf die Toilette (alle 3h), auch wenn Sie das Gefühl zum Harnlassen anfangs noch nicht spüren.

Bauchatmen und Bauchliegen: Unmittelbar nach einer Spontangeburt können Sie wieder auf dem Bauch liegen. Machen Sie dies, je nach Belieben, etwa 1h pro Tag. Nach einem Kaiserschnitt ist das Bauchliegen anfangs verboten. Sie können Ihren Bauch mit einem umgebundnen Schal oder Tuch stützen (nicht über die Narbe). Weiters üben Sie in Rückenlage, in den Bauch zu atmen. Am Besten ist es, wenn Sie die Hände auf den Bauch legen und diese mit dem Atem nach oben heben.

Leichte Beckenbodenübungen: Nachdem sich der Beckenboden während der Geburt maximal entspannen hat müssen, muss er nun im Wochenbett seine ursprüngliche Haltungsfunktion wieder aufnehmen. Unmittelbar nach der Geburt können Sie den Beckenboden leicht trainieren, indem Sie mit Ihren Schamlippen versuchen zu zwinkern. Weiters können Sie versuchen, Ihr Schambein in Richtung zum Nabel zu ziehen. 6-8 Wochen nach der Geburt können Sie den gesamten Beckenboden wieder trainieren. Kurse werden sowohl von Physiotherapeuten als auch von Hebammen angeboten.

Autor: Laura Jenewein, Hebamme

Fotocredit: Freebird7977, g-stockstudio /Shutterstock.com

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