Neugeborenes

Verkürztes Zungenbändchen beim Baby

Was ist ein verkürztes Zungenbändchen? Das Zungenbändchen ist ein Häutchen, das die Zunge mit dem Mundboden verbindet. Bei einer Verkürzung ist die Zunge in ihrer Bewegung eingeschränkt, was zu Problemen beim Stillen, Schlucken und Sprechen führen kann. Der medizinische Begriff dafür ist Ankyloglosson.

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Wie erfolgt die Diagnose?

Normalerweise wird ein verkürztes Zungenbändchen gleich nach der Geburt, bei der U1- Untersuchung festgestellt. Dazu steckt die Hebamme oder der Arzt den Finger in den Mund des Neugeborenen um den Gaumen und die Zunge zu untersuchen. Aber ein verkürztes Zungenbändchen zeigt sich nicht immer sofort. Manchmal merkt man das erst durch Schwierigkeiten beim Stillen oder sogar erst durch Sprachprobleme im Alter von zwei bis drei Jahren.

Welche Symptome gibt es für ein verkürztes Zungenbändchen?

Die meisten Säuglinge mit angewachsener Zunge werden keine Probleme beim Füttern und Sprechen haben. Mögliche Schwierigkeiten treten häufiger beim Stillen auf, da die Kleinen die Brustwarze und den Brustwarzenhof nicht massieren können und somit nicht genügend Milch bekommen. Folgende Symptome können auf ein Ankyloglosson hinweisen:

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  • Probleme beim Anlegen des Kindes
  • Es rutscht beim Stillen ab
  • Wunde bzw. entzündete Brustwarzen und blockierte Milchkanäle
  • Ständiges Füttern
  • Koliken
  • Eine langsame Gewichtszunahme

 

Verkürztes Zungenbändchen beim Baby

Denken Sie daran, dass Ihr Säugling nicht alle Symptome haben muss und trotzdem eine angewachsene Zunge haben kann. Andererseits können auch einige der oben genannten Anzeichen auftreten, obwohl Ihr Baby gesund ist.

Bei Flaschenbabys treten meist keine Konflikte auf, da sie auf eine andere Art am Sauger nuckeln.

Wenn Sie vermuten, dass Ihr Baby ein verkürztes Zungenbändchen hat, das Probleme verursachen könnte, dann fragen Sie die Hebamme oder den Kinderarzt. Die können Sie an einen Kinderchirurgen in Ihrem örtlichen Krankenhaus überweisen.

Wie erfolgt die Behandlung bei einer angewachsenen Zunge?

Manche Ärzte trennen das Zungenbändchen gleich nach der Diagnose, andere erst wenn Probleme auftreten. Dieser Eingriff kann Ambulant und ohne Betäubung oder auch unter Vollnarkose (bei älteren Kindern) vorgenommen werden. Wenn der Arzt darauf achtet, dass kein Blutgefäß durch die Schnittstelle führt, gibt es auch keine Nachblutung.

Die Prozedur an sich ist einfach:

Das Häutchen, das die Zunge und den Zungenboden zu eng verbindet, wird durchtrennt. Das ist eine Sache von Sekunden und offensichtlich völlig schmerzfrei.

Eine Studie des Kinderchirurgen Mervyn Griffiths vom Allgemeinen Krankenhaus in Southampton zeigt, dass viele Babys die Operation auch ohne Narkose verschlafen. Einige weinen nach dem Eingriff etwas mehr, doch das hält meist nur einige Sekunden an. Kein Baby blutete und es gab auch keine Komplikationen.

Fotocredit: fizkes, Halfpoint /Shutterstock.com

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