Familie und Heimtier

Familie und Heimtiere

„Wenn es mir gelingt, den Wunsch eines verständigen Kindes nach einem Tier bei den Eltern durchzusetzen, so weiß ich, dass ich eine wirklich gute Tat vollbracht habe.“ Dieses Zitat stammt vom Mitbegründer der Verhaltensforschung und Nobelpreisträger Konrad Lorenz.

 

Tier muss in der ganzen Familie willkommen sein

Hund, Katz & Co. in der Familie bedeuten eine wunderbare Bereicherung für Eltern und Kinder. Trotzdem muss die Entscheidung für ein Tier vor der Anschaffung – am besten im Familienrat – immer sorgfältig bedacht werden, bedeutet doch ein Tier ein lebendiges Wesen, dass die Familie über viele Jahre begleitet und nicht nur Freude, sondern auch Obsorge und Pflege bedeutet.

 

Kinder lieben Tiere – Die Arbeit bleibt jedoch bei den Eltern

 

 

Denn eines steht außer Zweifel: Auch wenn Kinder heilige Schwüre ablegen, sich immer um das Tier zu kümmern – die Hauptarbeit bleibt auf jeden Fall bei den Eltern. Auch wenn Ihr Kind noch so sehr darum bettelt, sollten Sie keine vorschnellen  und spontanen Versprechungen machen. Überlegen Sie gut, wie Sie dazu stehen. Wer Hund, Katz & Co eigentlich nicht mag und es nur dem Kind zuliebe anschafft, tut weder dem Kind, noch dem Tier einen Gefallen. Und für die Psyche des Kindes ist es wesentlich schlimmer, sich von einem Tier wieder trennen zu müssen, als es aus Vernunftsgründen erst gar nicht anzuschaffen.

 

Beliebteste Tiere fürs Familienleben

Unsere Übersicht soll helfen, Enttäuschungen zu vermeiden. Sie gibt Ihnen in Kurzfassung die wichtigsten Informationen über die Bedürfnisse und Eigenschaften der beliebtesten Tiere in Familien: Meerschweinchen, Kaninchen, Katze und Hund – damit aus dem Wunsch nach einem Tier eine dauerhafte und ungetrübte Freude für die ganze Familie wird.
 

Die beliebtesten Heimtiere: Was Eltern wissen sollten

 

  MEERSCHWEINCHEN ZWERGKANINCHEN KATZE HUND
Ab welchem Alter? Ab 3-5 Jahre. Ab 6 Jahre. Ab 5, falls die Katze neu angeschafft wird. Ab 5, falls der Hund neu angeschafft wird. Größere Hunde ab 10.
Abstam­mung/
Rassen
Zuchttier, ursprünglich aus Südamerika. Es gibt sie mit wuscheligen langen oder glatten kurzen Haaren, einfärbig oder gescheckt. Stammt ursprünglich aus Spanien. Das Zwergka­ninchen ist eine besondere Zuchtform des (wesentlich größeren) Hauskanin­chens. Verschiedenste Farben, auch langhaarig. Unsere Hauskatze stammt von der ägyptischen Falb­katze ab. Ursprünglich ein Raubtier. Verbreitetste Rasse-Katzen: Siamkat­zen, Perserkatzen. Rudeltier, das vom Wolf abstammt, aber seit Be­ginn der Kultur Gefährte des Menschen. Über 300 verschiedene Rassen.
Eigen­schaften Gutmütiges Nagetier, ideal auch für kleinere Kinder, weil es sehr gesellig, anhänglich und tagsüber munter ist. Wird rasch zahm, lässt sich knuddeln, beißt nicht! Wichtig: Meerschweinchen leben in Gruppen, am besten zwei gleichgeschlechtliche Tiere gemeinsam halten Ist tagsüber munter und hat einen großen Bewe­gungsdrang. Wird aber praktisch nie stubenrein. Viele Tiere sind hand­zahm, manche können auch zubeißen. Immer mehrere Kaninchen zusammen halten. Ein individuelles und sensibles Tier, nur bis zu einem gewissen Grad erziehbar. Bei guter Behandlung sehr zutraulich und schmusig. Wird sehr schnell stubenrein. Entscheidet selbst, wann Zeit zum Schmusen und Streicheln ist. Stark auf den Menschen bezogen und sehr gesellig. Wird anhänglich und ge­horsam, muss jedoch ge­duldig und konsequent erzogen werden. Läuft und spielt ausgesprochen gern. Gut zu halten, da er schnell sauber wird. Je nach Rasse ver­schiedene Eigenschaften: Schmuse-, Jagd-, Wachhund.
Lebens­erwartung 6-8 Jahre 10 Jahre und länger 14 Jahre und länger Bis über 15 Jahre, je nach Rasse
Wie spiel­freudig? Ausgesprochen kinder-freundlich, lässt sich relativ viel gefallen: Streicheln, Herumtragen, Schmusen. Lässt sich allerdings nicht abrichten. Spielt gern wild, schmust aber auch gern. Liebt viel Auslauf und Graben in (Blumen-) Erde. Wenn von klein auf an Kinder gewöhnt, sehr spielfreudig und kinder­freundlich. Bei lebhaften Kindern spielbereit, aber in Grenzen. Die meisten Hunde lieben Kinder: Toben gern herum und sind geduldige Spielgefährten, fühlen sich dann auch für das Kind verantwortlich und beschützen es.
Platzbedarf und Pflege Der Käfig sollte mind. 100 x 80 cm groß sein, mit Häus­chen zum Schla­fen und Verstecken, besser ist ein Vivarium. Käfig­reinigung und neues Ein­streu: alle 2 Tage. Die Krallen müssen ab und zu geschnit­ten werden. Langhaartiere regelmäßig bürsten. Braucht ständig Hartholz zum Nagen. Großer Käfig (brauchen ausreichend Platz zum Männchen machen!) mit Drahtdeckel. Meist ist tägliche Reinigung nötig. Kann im Sommer auch auf dem Balkon oder im Garten (großer Käfig) leben. Wichtig ist täglicher Auslauf. Erde zum Graben. Niemals an den Ohren hochheben! Kann auch nur in der Wohnung gehalten werden. Freilaufkatzen unbedingt kastrieren. Braucht mehrere Plätzchen für sich. Brauchen unbedingt Kratzbaum, Reinigung des Katzenklos: mindestens jeden zweiten Tag. Langhaarkatzen täglich bürsten. Je nach Rasse sehr unter­schiedlich: Große Hunde brauchen auch im Haus Platz und möglichst einen Garten. Außerdem: Min­de­s­tens 2x täglich 1/2 Stunde Spaziergang und 1x längeren Auslauf. Langhaarige Rassen täglich bürsten. Wichtig: viel Ansprache und Zuwendung.
Ernährung Meerschweinchen sind Dauerfresser: Mischfutter aus dem Tierhandel. Außerdem täglich frisches Heu, Karotten, wenig Salat, Wasser. Nie feuchtes Gemüse füttern, das verursacht Koliken. Kaninchen sind Dauer-fresser. Im Zoohandel gibt es Fertigfutter. Dazu Karotten, Sellerie, hartes Brot, Obst und Wasser. Brauchen ständig frisches Heu für die Verdauung. Fertignahrung (Trocken- und Dosenfutter) deckt die Bedürfnisse. Fleisch nur gekocht. Täglich frisches Wasser. Bei Milch nur spezielle Katzenmilch, da normale Kuhmilch schlecht vertra­gen wird. Alle wichtigen Nährstoffe finden sich in ausgewoge­nem Verhältnis in Hunde-Fertignahrung. Ansonsten abwechslungs­reiche Kost aus (nur abgekoch­tem!) Fleisch Flocken und Gemüse.
Zu bedenkende Nachteile Braucht viel Zuwendung, damit es nicht verküm­mert. Wenn der Käfig nicht oft genug gesäubert wird, riecht es schnell. Bei falscher Ernährung besteht die Gefahr der Verfettung. Frei laufende Kaninchen knabbern in der Wohnung viel an, auch Elektrokabel – Verletzungsgefahr! Haart manchmal, kann unvermutet kratzen. Nicht kastrierte Katzen können mit ihrem Liebesjammern sehr laut werden. Bei allgemeiner Allergieanfälligkeit abtesten lassen. Muss betreut werden – auch im Urlaub! Leinen-/oder Maulkorbpflicht muss beachtet werden! Eine Haftpflichtversicherung ist ratsam. Hundesteuer muss bezahlt werden.
Täglicher Zeitaufwand Ca. 1/2 Stunde Spielen und regelmäßiger Sozialkontakt zu Menschen Braucht mindestens 1/2 Stunde Spiel am Tag, ebenso viel Freilauf (nur unter Aufsicht!). Braucht Ansprache, den Zeitpunkt bestimmt sie aber selbst. Langhaarkat­zen: regelmäßig bürsten. Mit Gassigehen, Füttern und Spielen: ca. 2 bis 3 Stunden.

 

Autor: Renate Simon

Fotocredit: 4 PM production/Shutterstock.com

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