Lagerung von Medikamenten

Lagerung von Medikamenten

Um die gewünschte Wirkung von Medikamenten zu gewährleisten, müssen Verfallsdatum und Hinweise zur sachgerechten Lagerung unbedingt berücksichtigt werden. Damit ein Medikament auch tatsächlich bis zum Verfallsdatum verwendbar bleibt, ist es wichtig, es genau so zu lagern, wie es Arzt oder Apotheker bzw. die Gebrauchsanweisung empfehlen.

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Licht und Temperatur

Wichtig ist, das Arzneimittel im Umkarton aufzubewahren, um es vor Licht zu schützen. Auch eine trockene Lagerung ist wichtig. Es sollte zudem die Packungsbeilage aufgehoben werden, in der neben Inhaltsstoffen, Hinweisen zum Anwendungsgebiet und Dosierungshinweisen auch Richtlinien für die geeignete Aufbewahrung enthalten sind.
Falls nicht anders verordnet, gibt es in der Regel drei Temperaturbereiche für die richtige Lagerung von Medikamenten:

1.) Zimmertemperatur, also Lagerung bei einer Temperatur von 15 – 25°C, wie zum Beispiel Aspirin oder Antiepileptika. Bei dieser Gruppe von Medikamenten ist eine geringfügige und kurzzeitige Über- oder Unterschreitung des empfohlenen Temperaturbereichs weitgehend unproblematisch.
2.) Im Kühlschrank: 2 – 8°C, zum Beispiel Insulin und einige Impfstoffe. Arzneimittel dieser Gruppe dürfen nicht eingefroren werden. Sollten Sie versehentlich ein Arzneimittel einfrieren, das nicht dafür vorgesehen ist, ist von einer Unbrauchbarkeit auszugehen.
3.) Im Gefrierfach: bei -18°C oder kälter

Arzneimittel sollten niemals direktem Sonnenlicht ausgesetzt und vor großer Hitze geschützt werden. Deshalb ist es wichtig, Medikamente im Sommer nicht im Auto zu lagern. Berücksichtigen Sie dies auch bei der Wahl Ihrer Urlaubsdestination.
Arzneimittel reagieren außerdem empfindlich auf starke Schwankungen der Luftfeuchtigkeit, weshalb sie nicht im Badezimmer aufbewahrt werden sollten.

Es gibt Arzneimittel, die nach dem Öffnen mikrobiell anfällig sind, wie zum Beispiel Augentropfen. Solche Medikamente sind bei Einhaltung der entsprechenden Hygienemaßnahmen nach dem Öffnen für einen gewissen Zeitraum haltbar. Vermerken Sie daher auf der Verpackung, wann Sie es erstmals geöffnet haben.

 

Lagerung von Medikamenten

Unbrauchbare Medikamente

Es gibt einige Merkmale, die darauf hindeuten, dass ein Medikament unbrauchbar geworden ist.
So zeigen Geruchsentwicklung, aufgeblähte Blisterpackungen oder Risse und Verfärbungen auf Tabletten an, dass das Arzneimittel nicht mehr verwendet werden darf. Auch die Verfärbung oder Verflüssigung von Zäpfchen, Gels, Cremes und Salben sowie eine Trübung oder Ausflockung bei Flüssigkeiten wie Impfstoffen machen eine Entsorgung notwendig.

Entsorgung

Die Gebrauchsanweisung vieler Medikamente empfiehlt, Arzneimittel nicht über den Abfluss oder die Toilette zu beseitigen. Oft wird auch davon abgeraten, sie über den Hausmüll zu entsorgen. In diesem Fall kann man die Medikamente meist bei der nächsten Apotheke abgeben.
Fehlt in der Gebrauchsanweisung jedoch ein entsprechender Hinweis, dürfen Medikamente auch mit dem Hausmüll entsorgt werden. Da Siedlungsabfall in der Regel verbrannt oder mechanisch-biologisch verarbeitet wird, bleiben keine bzw. nur minimale Wirkstoffrückstände im Müll zurück. Zudem sind Deponien für gewöhnlich ausreichend gegen Sickerwasser abgedichtet. Eine Kontaminierung des Grundwassers durch Medikamentenrückstände im Hausmüll kann daher als höchst unwahrscheinlich betrachtet werden.

Medikamente und Kleinkinder

Vergiftungen durch Medikamente oder Reinigungsmittel zählen gegenwärtig zu den häufigsten Unfallarten bei Kindern unter vier Jahren. Kleine Kinder sind von Natur aus neugierig und stecken beim Spielen und bei der Erkundung ihrer Umwelt gerne vieles in den Mund. Besonders bunte Tabletten oder Kapseln üben Faszination aus und werden gerne mit Bonbons verwechselt. Daher ist es wichtig, Medikamente keinesfalls offen liegen zu lassen und sie stattdessen in einem verschließbaren Schrank in mindestens eineinhalb Metern Höhe zu verwahren. Beachten Sie auch, dass Medikamente, die Sie in Ihrer Handtasche oder Ihrem Rucksack mitführen, für Kinder leicht erreichbar sein können und daher nicht unbeaufsichtigt bleiben dürfen.
Medikamente sollten auch nicht zusammen mit Lebensmittel gelagert werden. Manchmal lässt sich dies allerdings nicht vermeiden, etwa, wenn Insulin im Kühlschrank gelagert werden muss. Verwahren Sie in solchen Fällen die Arzneimittel in schwer zu öffnenden Behältern.

Text: Claudia Z.

Fotocredit: funnyangel, Anastasia Kamysheva /Shutterstock.com

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