Greifen

Meilensteine: Greifen beim Baby

Einen echten Meilenstein in der Entwicklung stellt das Greifen beim Baby dar. Denn das Ergreifen eines Gegenstandes ist ein Lernprozess. Nach der Geburt verfügt das Neugeborene nur über einen Greifreflex, den es jedoch nicht bewusst steuern kann. Erst ab dem fünften Lebensmonat beginnt es mit dem aktiven Greifen und Loslassen von Dingen. Dies ist ein großer Fortschritt im motorischen Bereich des Kleinkindes. Von nun an wird seine Umwelt auch mit den Händen erkundet und nichts ist mehr sicher vor dem kleinen Knirps.

Alles beginnt mit dem Greifreflex!

Die erste Zeit des neuen Erdenbürgers wird vor allem vom Seh- und Hörvermögen geprägt. Die Entwicklung der Motorik erlernt das Baby erst nach einigen Monaten, ebenso das Greifen.

Berührt man ein Neugeborenes sanft an der Handinnenseite, wird es sein Händchen zur Faust ballen und versuchen, den Finger zu umklammern. Mit Ende des dritten Lebensmonats verschwindet der Greifreflex jedoch wieder.

Ab etwa zwei Monaten ist der Säugling bereits in der Lage, seinen Arm zu beugen oder zu strecken und dabei seine Hand unabhängig von der Armbewegung zu einer Faust zu ballen. In Studien hat der schwedische Entwicklungspsychologe Claes von Hofsten festgestellt, dass ein Baby im Alter von drei Monaten schon versucht, einen Gegenstand, den es sieht, zu greifen. Allerdings noch ohne Erfolg.

Hand-Auge-Koodination

Nun entwickelt sich die Hand-Auge-Koordination. Ihr kleiner Liebling fixiert sein Lieblingsspielzeug und versucht, mit der Hand danach zu greifen. Anfangs sehen die ersten Greifversuche ungelenk aus, das Baby schlägt in Richtung des Gegenstandes. Doch Übung macht den Meister und schon bald beobachten junge Eltern rasante Fortschritte beim Greifen lernen.

Nun ist nichts mehr sicher vor Babys Händen! Aber auch die Hände selbst werden immer wieder eingehend begutachtet und untersucht. Besonders die eigenen Fingerbewegungen faszinieren bereits kleine Kinder. Ein weiterer Meilenstein im Wachstum erreicht der Säugling mit drei Monaten: Es ist nun in der Lage, seine Hände vor seinem Gesicht zusammenzuführen. Die eine Hand betastet die andere.

Greifen lernen – ein Schritt in die Selbstständigkeit

Mit etwa fünf Monaten greift das Kind selbstständig nach Gegenständen und kann sie auch wieder aktiv loslassen. Sein Umfeld wird nun genauestens erkundet. Wie fühlt sich ein Apfel an? Eine Decke ist ganz weich und kuschelig. Der Teller ist hart und kalt. All diese Sinneseindrücke beim Greifen lernen stellen Verbindungen im kindlichen Gehirn her und fördern das geistige Wachstum des Babys.

Greifen lernen beim Baby fördern

Junge Mütter und Väter erleben die motorische und geistige Entwicklung ihres Nachwuchses hautnah mit. Durch gezielte Förderung unterstützen sie das Greifen lernen beim Baby:

  • Bieten Sie Ihrem Sprössling verschiedenste Materialien zum Spielen an!
  • Locken Sie das Baby mit einem Gegenstand, das etwas außer seiner Reichweite platziert wurde. Es wird versuchen, sein Kuscheltier zu erreichen und freut sich über Ihr Lob, wenn es nach dem Lieblingsspielzeug greift!
  • Lernbücher mit Reißverschlüssen, Bändern und Knöpfen fordern das Kleinkind!
  • Selbstgebastelte Spielsachen mit verschiedenen Oberflächen fesseln die Aufmerksamkeit des Sprösslings.

Die Wahrnehmung unterschiedlicher Materialien beim Greifen wie kühler Sand in der Sandkiste, weiche und harte Bälle und raue Stoffe fördern neben der motorischen auch die geistige Entwicklung des Kleinkindes.

Greifen lernen mit allen Sinnen

Auch in der Dunkelheit ergreift das Baby nun einen Gegenstand, den es zuvor noch bei Licht erspäht hat. Auch bekannte Geräusche wie eine Rassel oder eine Quietsche lassen es, unabhängig vom Sehvermögen, nach dem Spielzeug greifen. Beim Greifen wird die gesamte Wahrnehmung angesprochen und unterstützt.

Im Alter von acht Monaten versucht sich das Baby immer öfter am sogenannten „Pinzettengriff“, bei dem kleine Gegenstände wie Papierschnipsel zwischen Daumen und Mittel- oder Zeigefinger gehalten werden. Der Weg zum Essen mit Löffel und zum Malen mit Stiften ist nun nicht mehr weit. Jeden Tag aufs Neue trainiert das Kleinkind seine Fähigkeiten und perfektioniert so das Greifen.

Fotocredit: Bohbeh/Shutterstock.com

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