Meningokokken B Erkrankungen: große Gefahr für kleine Kinder

Meningokokken sind Bakterien, die bei etwa 10% der Bevölkerung im Nasen-Rachenraum zu finden sind. Sie werden über Tröpfcheninfektion wie z.B. Küssen oder Niesen verbreitet und verursachen bei der Mehrheit der betroffenen Menschen keinerlei Krankheitssymptome. In seltenen Fällen können sie jedoch lebensbedrohliche Erkrankungen wie eine Gehirnhautentzündung (Meningitis) oder eine Blutvergiftung (Sepsis) verursachen. Trotz aller medizinischen Möglichkeiten verstarben im Jahr 2017 fünf Menschen an Meningokokken, das waren 25% der Erkrankten (gesamt 20 Erkrankungen). Die meisten Fälle hätten durch Impfungen verhindert werden können.1

Besonders gefährdet: Säuglinge und Kleinkinder

Die schweren Krankheitsverläufe kommen tragischerweise besonders bei Säuglingen und Kleinkindern vor, da ihr Immunsystem noch keinen ausreichenden Schutz bietet. Daher ist es besonders wichtig, dass Eltern über Symptome und Verlauf Bescheid wissen und im Verdachtsfall rasch handeln. Jugendliche mit engem Kontakt zu Gleichaltrigen (z.B. Kasernen, Studentenheime, Massenveranstaltungen) gelten als Hauptüberträger und haben ebenso ein erhöhtes Erkrankungsrisiko.1

Erste Symptome wie etwa Fieber, Halsschmerzen und Appetitverlust sind von harmlosen Infekten kaum zu unterscheiden. Die schwere Erkennbarkeit ist das heimtückische an einer Meningokokken- Erkrankung, denn innerhalb von 24-48 Stunden kann sie einen dramatischen Verlauf bis hin zum Tod nehmen. Erste Anzeichen einer Blutvergiftung sind kleine punktförmige rötlich-violette Hautflecken, weitere Alarmsymptome sind Nackensteifigkeit und Lichtempfindlichkeit.2

Impfschutz kann Meningokokken-Erkrankungen verhindern

Mittlerweile gibt es verschiedene Schutzimpfungen gegen Meningokokken. Dazu sollten Eltern wissen: Meningokokken werden in verschiedene Serogruppen unterteilt, von denen die Gruppen A, B, C, W und Y für den Großteil der Erkrankungen verantwortlich sind. In Österreich werden mehr als die Hälfte der Erkrankungen von der Serogruppe B verursacht.1
Es gibt keine Impfung, die vor allen Gruppen zugleich schützt – derzeit sind Einzelimpfstoffe gegen Meningokokken B und C sowie Kombinationsimpfstoffe gegen die Gruppen ACWY verfügbar.

Weitere Informationen finden Sie auf:
http://www.meningokokken-erkrankung.at
facebook.com/MeinBabyUndMeningokokken
und bei Ihrem Kinderarzt

1Meningokokken Jahresbericht 2017, AGES (https://www.bmgf.gv.at/cms/home/attachments/7/8/0/CH1632/CMS1496752182730/meni ngokokkenjahresbericht_2016.pdf, abgerufen am 22.08.2018)

2Thompson MJ, et al. Lancet 2006; 367: 397–403

Fotocredit: Dmitry Naumov/iStockphoto; GSK

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