Sanfte Erziehung

Sanfte Erziehung. Lektion 1: Grenzen setzen

Selten wird über ein Thema unter Eltern so heftig diskutiert, wie über das Thema Erziehung. Eventuell auch deshalb, weil die Mutter im tagtäglichen Zusammensein mit den Kindern andere Grenzen setzt, als vielleicht der Vater oder umgekehrt. Und natürlich spielt auch unsere eigene Erziehung mit hinein, die ja sehr unterschiedlich sein kann. Diese Widersprüche spürt das Kind und ist dadurch verunsichert.

Jedes Kind braucht seine ganz individuelle Erziehung

Eine pauschale Erziehungstheorie auf sein eigenes Kind anzuwenden ist eigentlich nicht möglich. Bevor man sich entscheidet muss man erst einmal zwei grundsätzliche Fragen klären: Welcher Erziehungstyp ist mein Kind? Ist es aufgeweckt und quirlig, oder ruhig und schüchtern? Manche Kinder sind taub für Verbote, andere reagieren schon auf eine sanft erhobene Stimme. Nur wenn Sie Ihr Kind genau beobachten, können Sie ihm angemessene Grenzen setzen. Weiters ist es wichtig den Grenzen verschiedene Prioritäten zuzuteilen. Ganz oben sollten jene Grenzen stehen, die mit der Sicherheit zu tun haben: Also, nicht auf die Straße laufen, weil dort Autos fahren, oder nicht auf die Herdplatte greifen, weil man sich hier die Finger verbrennen kann. Schwieriger wird es bei jenen Grenzen, die mit dem sozialen Verhalten und Benimm zu tun haben. Wie wichtig ist es mir/uns, dass unser Kind am Tisch still sitzt oder jeder fremden Frau die Hand gibt?

 

Sanfte Erziehung

Ganz gleich, um welches Erziehungsziel es Ihnen geht, die sieben folgenden Tipps können Ihnen und Ihren Kindern das Leben leichter machen:

 

1. Zeigen Sie Liebe, denn Ihr Kind muss sich sicher sein, dass Mama und Papa es lieben, auch wenn es möglicherweise etwas Dummes angestellt hat.

2. Sagen Sie, was Sie wirklich wollen und verhängen Sie nicht nur Verbote ohne Begründung. Erklären Sie warum Sie momentan gerade sauer sind.

3. Bleiben Sie Konsequent und halten Sie Grenzen, die Sie setzen, auch ein, sonst verlieren Sie an Glaubwürdigkeit.

4. Loben Sie Ihr Kind so oft Sie können, denn die Kleinen wollen oft mehr als sie können und sind sich der Konsequenzen oft nicht bewusst.

5. Gehen Sie Konflikten nicht aus dem Weg! Kinder lernen von uns. Wenn in der Familie eine gute Streitkultur herrscht, wird es vor Auseinandersetzungen keine Scheu haben. Und es lernt, dass man streiten kann, ohne die Liebe zu verlieren.

6. Achten Sie darauf, dass Ihre Botschaften klar sind. Ein Nein sollte ein klares Nein sein!

7. Ein Verstoß gegen ein ausgesprochenes Verbot sollte Konsequenzen für das Kind haben. Die Strafe muss aber unbedingt in einem zeitlichen Zusammenhang mit dem Ereignis stehen und angemessen sein.

 

Wie sagte schon Erich Kästner: „Erziehung ist sinnlos, die Kinder machen einem doch alles nach.“

 

Autor: Redaktion / Katrin

Fotocredit:  Evgeny Atamanenko, XiXinXing /Shutterstock.com

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