Mama und Kleinkind üben sprechen

Sprachstörungen bei Kindern

Wann braucht Ihr Kind professionelle Hilfe?

Kinder entwickeln sich unterschiedlich. Manche formulieren mit zwei Jahren schon komplizierte Sätze, bei anderen wiederum wissen selbst Mama und Papa nicht, was das Kind gerade versucht zu sagen. Beide Szenarien sind völlig normal. Ab wann wir von einer Sprachstörung reden und welche Maßnahmen helfen, die sprachliche Entwicklung Ihres Kindes zu fördern, haben wir für Sie recherchiert.

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Wann spricht man von einer Sprachstörung?

Eine Sprachstörung kann verschiedene Bereiche der Kommunikation eines Kleinkindes betreffen: Lautsystem und Aussprache, Wortschatz, Grammatik und Satzbau sowie allgemein die Kommunikationsfähigkeit selbst.

Welche Ursachen hat eine Sprachstörung?

Die wenigsten Ursachen einer Sprachstörung sind organischer Natur. Liegt aber doch ein körperlicher Grund vor, handelt es sich meist um eine Hörstörung, Hirnreifestörung, Schädel-Hirn-Traumata oder Hirntumore.

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Meist treten Sprachstörungen aber in Zusammenhang mit anderen Verhaltensauffälligkeiten auf, die Rückschlüsse auf ihre Ursache zulassen.

Arten von Sprachstörungen

Experten unterscheiden Sprachstörungen in folgenden Bereichen: Sprachentwicklungsstörungen, spezifische Sprachentwicklungsstörungen (zum Beispiel Wortschatzdefizit), phonologische Störung, Kindliche Aphasien und Störung der Schriftsprache.

Beim Wortschatzdefizit wird zwischen aktivem und passivem Wortschatz unterschieden. Der aktive Wortschatz umfasst den aktiven Sprachgebrauch eines Kindes. Also welche und wie viele Worte verwendet es. Ein zweijähriges Kind sollte bei der U7 demnach mindestens 50 Worte verwenden können. Bildet es obendrein noch gar keine oder nur sehr wenige Zwei-Wort-Sätze, wird von einer Sprachstörung gesprochen.

Eine weitere häufige Sprachstörung ist die Störung der Wortfindung. Wenn Ihrem Kind ein bestimmtes Wort einfach nicht einfallen will und es zu stottern beginnt oder den Versuch der Kommunikation ganz abbricht. Die Ursache für diese Störung liegt allerdings nicht im fehlenden Wortschatz sondern am Mangel an Konzentration. Auch die Abspeicherung und Verknüpfung im sogenannten Lexikon im Gehirn kann hier eine zu große Herausforderung sein.

Eine Störung im Sprachverständnis liegt dann vor, wenn das Kind Anweisungen, Erklärungen, Sätze und Gespräche nicht ausreichend versteht. In späteren Jahren führt diese Sprachstörung zu einem schwächeren Leseverständnis als bei Mitschülern.

 

Sprachstörungen bei Kindern

Was passiert bei einer Sprachtherapie?

Jeder Sprachtherapie geht eine Untersuchung voraus. Diese beinhaltet ein Erstgespräch mit den Eltern und dem kleinen Patienten. In verschiedenen Spielen wird festgestellt, auf welchem sprachlichen Niveau sich Ihr Kind befindet. Auf dieser Basis wird eine eventuelle Sprachtherapie erarbeitet. Aufgaben umfassen dabei Übungen, die auch zu Hause mit der ganzen Familie gemacht werden können. Je mehr sich alle Familienmitglieder an den Übungen beteiligen, umso mehr führen Sie zum Erfolg.

Wichtig ist zu wissen, dass eine Sprachtherapie immer in Form von Spiel und Spaß passieren soll. Druck auf das Kind auszuüben wäre nicht nur im Sinne seiner Sprachentwicklung destruktiv.

Sprachstörungen im Alltag vorbeugen

Der Schlüssel zur erfolgreichen Prävention von Sprachstörungen liegt in der Kommunkation. Sprechen Sie mit Ihrem Kind so viel wie möglich und hören Sie ihm zu, wenn es versucht Ihnen etwas zu sagen.

Sollte Ihr Kleinkind beim Sprechen einen Fehler machen, weisen Sie nicht direkt daraufhin. Besser ist es den vom Kind gesagten Satz richtig zu wiederholen. Ein Beispiel: Ihr Kind sagt zu Ihnen: „Audo bau da!“ Sie verstehen, was Ihr Kind Ihnen mitteilen möchte, und wiederholen den Satz grammatisch richtig: „Du hast Recht! Da drüben steht ein blaues Auto.“ Legen Sie die Betonung dabei auf jene Worte, die Ihr Kind undeutlich oder falsch ausgesprochen hat.

Begleiten Sie die Handlung des Kindes und Ihre eigene Handlungen sprachlich, so dass das Kind einen Bezug zwischen Objekten und Handlungen und Sprache herstellen kann. Dies ist eine Übung, die Sie bereits bei einem Neugeborenen anwenden können. Sie stehen zum Beispiel in der Küche und kochen das Abendessen. Ihr Baby ist im Tragetuch oder auf einer Babywippe. Sie kommentieren alle Ihre Handlungen. „Jetzt wird Mama erst die Zwiebeln schneiden. Das kann in den Augen brennen. Zwiebeln sind ein wichtiges Gemüse. Bevor ich die Zwiebel aber kleinschneiden kann, muss ich sie erst würfeln…“

Sprachstörungen sind ein weitverbreitetes Phänomen und sollten Sie nicht in Panik versetzen. Mit wenigen Maßnahmen im Alltag kann einer Sprachstörung schnell Einhalt geboten werden.

 

Autor: Redaktion/Kerstin

Fotocredit: Oksana Kuzmina, osobystist /shutterstock.com

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