Misstrauisches Kind

Warum fremdeln Kinder?

Wenn das freundlich lächelnde Gesicht der Nachbarin plötzlich beim Nachwuchs Angst und Weinen auslöst, dann macht Ihr Kind gerade einen wichtigen Entwicklungsschritt durch. Aber warum fremdeln Kinder? Viele Mütter meinen, sie müssten sich für das abweisende Verhalten ihres Kindes entschuldigen. Weit gefehlt: Die „Fremdelphase“ ist ein wichtiges Anzeichen dafür, dass sich Ihr Kind normal entwickelt.

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Weinen statt Begeisterung: Warum fremdeln Kinder?

Was landläufig als „Fremdeln“ bezeichnet wird, ist die abweisende Reaktion Ihres Kindes auf Annäherungsversuche von fremden Personen. Wobei das Kind unter „Fremden“ oft alle Menschen versteht, die nicht seine Eltern sind. Das Kind versteift seinen Körper, seine Stimmung sinkt merklich, es starrt die fremde Person ängstlich an und beginnt vielleicht zu weinen. Zwischen dem sechsten Lebensmonat und dem vollendeten zweiten Lebensjahr ist bei beinahe jedem Kind eine mehr oder minder stark ausgeprägte Fremdelphase zu beobachten. Der Höhepunkt des Fremdelns liegt meist in der Zeit zwischen dem achten und zwölften Lebensmonat. Wichtig. Fremdeln ist ein normaler Abschnitt in der Entwicklung Ihres Kindes und hat nichts damit zu tun, dass das Kind irgendeine Person ablehnt oder nicht mag! Zwingen Sie Ihr Kind nicht dazu, „freundlich“ zu sein, stehen Sie unbedingt zu seinem Verhalten.

 

Warum fremdeln Kinder?

Warum fremdeln Kinder? Erste Schritte in die „fremde“ Welt

Die Entwicklungspsychologie hat mehrere Erklärungen dafür, warum Kinder fremdeln:

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  • Unterscheidung zwischen bekannt und fremd: Kinder können zunehmend zwischen vertrauten und fremden Menschen unterscheiden und begrüßen nicht mehr jede Person mit Begeisterung, sondern reagieren auf Annäherung oft mit Ablehnung.
  • Vertrauen und Fremdheit: Das kleine Kind erkundet zunehmend seine Umgebung, es krabbelt, richtet sich auf, macht erste Schritte. Die Sicherheit und Vertrautheit der Eltern ist in dieser Zeit, in der das Kind viele neue Erfahrungen macht, besonders wichtig.
  • Fremdeln als Hinweis auf Charakterzüge: Nicht jedes Kind fremdelt gleich stark. Manche reagieren auf Fremde nur ein wenig vorsichtig und sind gleich zur Kommunikation bereit, während sich andere verstecken und weinen. Sehen Sie diese Reaktionen einfach als Hinweis auf einen eher offenen oder schüchternen Charakterzug Ihres Kindes an!
  • Kommunikative Mütter haben meist wenig fremdelnde Kinder! Erleben die Kleinen, dass Sie offen und vertrauensvoll auf andere Menschen zugehen und Freude an Kontakten haben, wird Ihr Kind dieses Verhalten wahrscheinlich übernehmen. Sind Sie selbst eher zurückhaltend, erwarten Sie von Ihrem Kind nicht das Gegenteil.

Autor: Redaktion / Sabine

Fotocredit: riggleton, El Nariz /shutterstock.com

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