Das Kind als Bindemittel für die Beziehung

Das Kind als Bindemittel für die Beziehung

Viele Paare kommen in ihrer Beziehung an den Punkt, an dem sich eine gewisse Leere auftut. Insgeheim stellen sich beide die Frage, ob es der Partner fürs Leben ist, oder ob man doch ohne den anderen besser dran wäre.

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Kind kein Allheilmittel für Probleme in der Partnerschaft

Ohne sich mit den dahinter liegenden Themen zu beschäftigen, ohne das ganze wirklich und offen in Frage zu stellen, werden die inneren Zweifel an der Partnerschaft zur Seite geschoben. Ein Neuanfang muss her, ein Anlauf ins Glück zu Dritt. Das Kind soll dem Leben eine neue Facette geben und tatsächlich bindet ein gemeinsames Kind in der Regel mehr aneinander, als gemeinsamer Besitz. Gelingt das Vorhaben, gibt es vielerlei Ablenkungen und neue Gedanken an die gemeinsame Zukunft der Beziehung. Und ist es erst einmal da, wiegt ein Kinderlachen tatsächlich viel auf. Aber davon abgesehen, dass das Kind nicht ausschließlich lächelt, kann es dabei nicht weiterhelfen, wenn man mit der Partnerschaft unzufrieden ist, sich vom anderen im Stich gelassen fühlt, oder über das Verhalten des Partners verärgert ist. Denn ein Kind zu haben bedeutet auch, dass die Zeit zu zweit weniger wird – was für viele Paare jedoch auch eine Möglichkeit ist, ihre Beziehung zu verlängern.

 

Kind als Bindemittel für die Beziehung

Das Kind besteht aus jeweils der Hälfte von beiden Partnern. Jeder hat seine Verantwortung, seine Vorstellungen und seine Art an bestimmte Dinge heranzugehen. Hier tun sich die entscheidenden Themen auf: Wie erziehen wir unser Kind? Wie ernähren wir unser Kind? Welchen Arzt suchen wir auf? Ab wann und in welchen Kindergarten schicken wir unser Kind? Diese Aufzählung könnte man noch lange fortsetzen. Als Resultat fühlt sich entweder ein Teil (zumeist die Frau) vom Partner bei diesen Fragen im Stich gelassen, oder aber es gibt eine Unzahl an Diskussionsthemen, um nicht gleich Möglichkeiten zum Streiten zu schreiben. Wer da in der Partnerschaft die gemeinsame Basis nicht ordentlich vorbereitet, der wird sich oft wünschen, nicht so an den anderen gebunden zu sein. Noch gar nicht berücksichtigt sind die Auswirkungen für ein Kind, das als Bindemittel zur Welt kommt.

 

Stellen Sie also sicher, dass Sie es zu zweit schaffen können, dann können Sie es auch zu dritt, zu viert usw. schaffen. Wer beim Lesen dieser Zeilen an etwas erinnert wird, was er gut zur Seite geschoben hatte, dem sei gesagt: Es ist nie zu spät, etwas zu verändern! Frei nach dem Buchtitel: „Liebe dich selbst und es ist egal, wen du heiratest“, gilt es ja ohnehin, sich selbst besser kennen zu lernen. Denn letztlich liegt doch alles in einem selbst, und nicht wie in den meisten Beziehungen behauptet, immer alles am Partner.

 

Autor: Dr. Richard Schneebauer

Fotocredit: Iryna Prokofieva, Andrey_Popov /Shutterstock.com

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