Hilfe, meine Kinder streiten ständig

kinder streiten im garten

Hilfe, meine Kinder streiten ständig

Wenn ein Paar sich dazu entschließt, Eltern zu werden, haben sie meist das Bild einer harmonischen Familie vor Augen. Aber dann – tagein tagaus Streiterei? Willkommen im Familien-Alltag mit zwei oder mehr Geschwisterkindern. Mit einigen hilfreichen Strategien allerdings lassen sich die „Streithansel“ beruhigen.

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Wir sehen die Kleinen miteinander spielen, haben die Vorstellung davon, dass sie sich gegenseitig helfen und unterstützen. Und wenn es mal zu Streit kommt, soll dieser schnell geklärt werden. Das ständig die Fetzen fliegen, noch dazu in einer teils heftigen Lautstärke und wir immer wieder als „Schiedsrichter“ miteinbezogen werden, treibt Eltern oft an den Rand ihrer Kräfte.

 

Fehlende Strategien

Viele Kinder, vor allem bis zum vierten Lebensjahr, sind in Streitsituationen oft massiv überfordert. Aufgrund mangelnder Sprachfähigkeit kommt es bei Konflikten entsprechend oft zu körperlichen Auseinandersetzungen. Und obwohl auch die meisten Eltern sich in solchen Situationen hilflos und ohnmächtig fühlen, erwarten sie von ihren Kindern, dass diese die Situation ruhig im Gespräch lösen – ganz schön viel verlangt!

 

Was können Sie tun, um Ihre Kinder in Streitsituationen sinnvoll zu unterstützen?

Entscheidend für die Entwicklung einer gesunden Konfliktfähigkeit ist die elterliche Reaktion auf die Streitigkeiten zwischen den Geschwistern. Folgende Strategien können dabei helfen:

 

1. Begleitung notwendig und erwünscht?

Es gibt Eltern, die sich immer direkt einmischen oder sich aus allem “raushalten”. Beides führt nicht zum erwünschten Ergebnis: Einer gesunden und positiven Beziehung der Geschwister untereinander. Aus diesem Grund macht es zuallererst Sinn, sich bewusst darüber klar zu werden, ob die Kinder mich gerade brauchen oder ob sie selbst einen Weg finden, mit der Situation zurechtzukommen.

Oft geschieht das Einmischen eher aus dem elterlichen Gefühl, sich nützlich machen oder erziehen zu wollen. Sollten Sie also das Gefühl haben, es nicht ertragen zu können, wenn die Kinder miteinander streiten, versuchen Sie einfach die Szenerie zu verlassen (in Abhängigkeit des Alters der Kinder, zum Beispiel in einen anderen Raum gehen, die Türe schließen, spazieren gehen). In vielen Fällen lernen die Kinder besser, je weniger wir uns einmischen.

Wenn Sie jedoch feststellen, dass es den Kindern ohne Unterstützung nicht gelingt, ihren Konflikt konstruktiv zu lösen oder sie sogar gewalttätig werden, dann mischen Sie sich ein und bieten Sie den Kindern ihre Hilfe an!

 

2. Bedürfnisse erkennen

Wenn der Konflikt gestoppt ist, können Sie den Kindern dabei behilflich sein, die „richtigen“ Worte zu finden.

Zunächst macht es Sinn, die Bedürfnisse beider Streithähne zu erkennen. Warum streiten sie gerade und was will jeder einzelne? Dazu können Sie Ihre Kinder fragen: „Was ist es, was du gerne haben möchtest?“

Höre Sie sich die Antworten von beiden an und verzichten Sie darauf, diese zu bewerten.

 

3. Bedürfnisse kommunizieren und eine Lösung finden

Überprüfen Sie, ob Ihre Kinder die Antwort des anderen gehört haben und bitten Sie sie eventuell darum, das Ergebnis nochmal zu wiederholen.

Dann fragen Sie beide Kinder: „Was können wir jetzt tun, damit ihr beide zufrieden seid?“

Die Lösung bleibt optimaler Weise bei den Kindern, jedoch können Sie als Erwachsener Angebote bzw. Vorschläge machen, wenn von den Kindern nichts kommen sollte.

 

Auch wenn diese Art der Konfliktlösung Ihnen vielleicht aufwändig und im Alltag nicht ganz so leicht umzusetzen erscheint, ist es äußerst lohnend, sie in den Familienalltag zu integrieren. Auf diese Weise wird nicht nur die Selbständigkeit und Konfliktfähigkeit der Kinder massiv unterstützt, sondern Sie als Eltern, können Begleiter für alle Beteiligten sein, ohne dabei übergriffig zu werden.

 

 

Text: Redaktion

Fotocredit: fotosparrow/Shutterstock.com

 

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