Haut

Milchschorf beim Baby

Gleich zu Beginn sei gesagt, dass Milchschorf beim Baby nichts mit Milch als Bestandteil der Ernährung zu tun hat. Die Bezeichnung stammt aus der Ähnlichkeit mit verkrusteter Milch, die im Topf angebrannt ist.

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Milchschorf beim Baby ist eine gelegentlich auftretende Hautkrankheit, die nicht ansteckend ist, aber erblich bedingt sein kann. Eine andere übliche Bezeichnung dafür ist Neurodermitis, obwohl inzwischen erwiesen ist, dass es sich nicht um eine Nervenentzündung handelt.

Warum solche Erkrankungen heute häufiger auftreten als früher, ist nicht eindeutig feststellbar. Eine These etwa besagt, dass die verbesserte Hygiene dazu führt, dass der Körper gegenüber bestimmten Stoffen nicht mehr genügend abgehärtet ist und dann mit einer Hautkrankheit reagiert. Als Ursachen werden eine genetische Veranlagung, immunologische Veränderungen oder Umwelteinflüsse vermutet.

Milchschorf beim Baby – lebenslange Krankheit?

Auch wenn der Milchschorf beim Baby mit Allergien in Verbindung stehen kann, ist das kein Grund zur Panik. Zwar ist etwa jedes fünfte Baby von Milchschorf betroffen, meistens im ersten Lebensjahr, selten jedoch vor dem dritten Lebensmonat. Doch nehmen die Erkrankungen mit zunehmendem Lebensalter stark ab. Sie dauern zwischen einigen Monaten und zwei Jahren und heilen dann ab. Nach dem fünften Lebensjahr ist die Erkrankung in den meisten Fällen verschwunden, und spätestens mit dem Beginn der Pubertät sind keinerlei Symptome mehr zu erkennen.

Meist sind die Wangen und der Scheitel betroffen, manchmal aber auch andere Körperpartien. Die akute Erkrankung führt zu starkem Jucken, Rötungen der Haut, Bläschenbildung und danach zu den charakteristischen gelben Krustenauflagerungen.

 

Milchschorf beim Baby

Die Behandlung bei Milchschorf

Die Behandlung besteht zunächst einmal darin, den Juckreiz zu vermindern. Denn der Betroffene reagiert darauf mit Kratzen, und das verschlimmert die Hauterkrankung noch weiter. Daher können beispielsweise exzessive Waschgewohnheiten, Schweiß, aber auch grobe Kleiderstoffe begünstigend wirken. Wichtig ist somit, die Hautreizung und danach eventuell folgende bakterielle Infektionen der Haut zu verhindern.

Zwar ist der Milchschorf selbst keine Allergie, kann aber in Verbindung mit Allergien auftreten, und die Allergien wiederum können gegenüber bestimmten Nahrungsmitteln wie Milch, Ei oder Sojaprodukte bestehen. Daher kann eine Veränderung der Ernährung zwar nicht den Milchschorf, wohl aber eine eventuell bestehende Allergie günstig beeinflussen.

Ob und wann die Erkrankung auftritt, ist nicht vorhersehbar, weil der Grund dafür eben nicht bekannt ist. Doch endet die Krankheit in der Regel auch so, wie sie begonnen hat – ohne erkennbaren Grund und auch scheinbar ohne Beeinflussung durch die Behandlung.

Manche Kinderkrankheiten sind zwar beunruhigend für die Eltern, die alles für ihr Kind tun wollen. Doch verschwinden sie im höheren Kindesalter wieder von selbst – der Milchschorf gehört ebenfalls dazu.

Fotocredit: Blessings, Goncharov_Artem /Shutterstock.com

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