Krippe mit Teddybär

Plötzlicher Kindstod (SIDS)

Der plötzliche Kindstod wird auch Krippentod oder SIDS (abgeleitet vom englischen Sudden Infant Death Syndrome) genannt. Er ist definiert als plötzlich und unerwartet eintretender Tod eines Säuglings im ersten Lebensjahr, der auch nach einer sorgfältigen Untersuchung, zu der unter anderem eine Autopsie, eine Inaugenscheinnahme des Sterbeorts und eine Überprüfung der Krankheitsgeschichte gehören, unerklärlich bleibt. Das SIDS ist keine Krankheit oder Seuche. Es ist vielmehr eine Diagnose, wenn ein scheinbar gesundes Baby, unter einem Jahr, ohne Vorwarnung stirbt. Wenn die Ärzte bei einer nachträglichen Untersuchung inklusive einer Autopsie und unter Einbeziehung von familiärer Vorbelastung keine eindeutige Todesursache feststellen können, dann nennen sie es den Plötzlichen Kindstod. Traurigerweise sterben in Österreich jährlich etwa 40 Babys schnell und unerwartet. Der Plötzliche Kindstod ist damit die häufigste Todesursache bei Kindern unter einem Jahr.

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Es ist wohl die Todesursache, welche allen Medizinern und Forschern die größten Rätsel aufgibt. Seit Jahren forscht man über mögliche Ursachen – es gibt hunderte von Theorien und Meinungen, die dabei herausgekommen sind – eine klare Antwort gibt es bis heute jedoch leider nicht. Auch kein Patentrezept dafür, wie man den plötzlichen Kindstod verhindern kann. Lediglich Empfehlungen, die, wenn sich die Eltern daran halten, den Plötzlichen Kindstod vorbeugen könnten. Es sieht so aus, als wäre der Plötzliche Kindstod ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren – viele Ereignisse müssen dafür gleichzeitig eintreffen. Als eine Ursache wird eine körperliche Abweichung angenommen, vermutlich im Gehirn. Dadurch könnte die Atmung des Babys aussetzen oder die Regulierung des Blutdrucks im Körper. Eine andere Möglichkeit ist, dass eine Entwicklungsstörung vorliegt (die richtige Atmung und die Regulierung des Blutdrucks sind noch nicht so gut entwickelt, wie sie sein sollten). Wenn Babys mit einem dieser Probleme nun in Situationen kommen, die für die Atmung oder den Kreislauf schwierig sind – beispielsweise, wenn sie auf dem Bauch schlafen, Kohlendioxid (CO2) oder Zigarettenrauch einatmen oder der Blutdruck im Schlaf absinkt – dann ist ihr Leben in Gefahr. Einige der Ursachen für den plötzlichen Kindstod sind inzwischen bekannt. Dazu gehören:

 

Ein Defekt im Stammhirn

Eine medizinische Studie hat bei SIDS einen Defekt im Stammhirn nachgewiesen. Der Defekt war in der Region, die das Empfinden für Kohlendioxid kontrolliert. Wenn das Baby mit dem Kopf nach unten schläft, dann kann sich zwischen dem Gesicht des Säuglings und der Matratze Kohlendioxid bilden, und das Baby atmet das tödliche Gas ein.

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Probleme in der Regulierung des Blutdrucks

Ein anderes Forscherteam hat sich auf die Fähigkeit im Gehirn konzentriert, den Abfall des Blutdrucks auszugleichen, was im Schlaf automatisch geschieht. Man vermutet hier, dass einige Babys einen solchen „Absturz“ des Blutdrucks einfach noch nicht verkraften können, sodass diese an den Folgen sterben.

 

Entwicklungsstörungen in Babys Abwehrsystem

Im ersten Lebensjahr gibt es in Babys Leben sehr viele Veränderungen. Es ist die Zeit des schnellen Wachstums und der rasenden Entwicklung. Es gibt in diesem Zusammenhang ein bekanntes Phänomen, den so genannten Stellreflexen. Einige Forscher meinen, dass Babys sterben, weil sie sich nicht gegen lebensbedrohliche Situationen wehren können, beispielsweise die Bettdecke vom Kopf nehmen, wenn sie darunter feststecken.

 

Plötzlicher Kindstod

Abgedrückte Arterien im Genick

Wenn ein Baby auf dem Bauch schläft, dann versucht es, sein Gesicht vom Bettzeug wegzudrehen. Durch die Kopfbewegung kann die Arterie im Nacken zusammengedrückt und die Blutversorgung zum Gehirn abgeschnitten werden, sagen Forscher der Universität im australischen Sydney und des New South Wales Instituts für forensische Medizin. Das wiederum kann das Nervensystem beeinträchtigen, das Körperfunktionen, wie die Atmung kontrolliert, und führt letztlich zum Tod des Babys.

 

Der Plötzliche Kindstod tritt am häufigsten zwischen dem zweiten und dem vierten Lebensmonat eines Babys auf. Vor allem, wenn Babys von einer Mutter geboren wurden, die in der Schwangerschaft geraucht hat, ein Geschwisterchen hatten, welches bereits am Plötzlichen Kindstod gestorben ist, sie zu früh geboren wurden, es auf dem Bauch schläft oder aber auch, wenn es gerade in einem lebensbedrohenden Zustand, wie Atemnot ist, haben sie ein erhöhtes Risiko durch das SIDS zu sterben.

 

Sie können das Risiko, dass Ihr Baby am Plötzlichen Kindstod stirbt, laut Meinungen der Experten verringern, aber es gibt keine Möglichkeit den Plötzlichen Kindstod zu verhindern.

 

Hier sind die wichtigsten Maßnahmen um den Plötzlichen Kindstod zu verhindern:

  •  Legen Sie Ihr Baby immer auf den Rücken zum Schlafen
  •  Rauchen Sie während der Schwangerschaft nicht und lassen Sie auch niemanden in der Nähe Ihres Babys rauchen
  •  Benutzen Sie flaches, festes Bettzeug und nehmen Sie Stofftiere aus der Wiege heraus
  •  kein Polster für das Baby
  •  Vermeiden Sie Überhitzung Ihres Babys
  •  Versuchen Sie, wenn es irgendwie geht, zu stillen (es ist bewiesen, dass weniger Babys am SIDS sterben, die gestillt werden)
  •  Gehen Sie mit Ihrem Baby zu den im Mutter – Kind – Pass vorgesehenen Vorsorgeuntersuchungen

Für jede Mutter und für jeden Vater ist es unbeschreibliches Leid, ein Kind auf eine solche Art und Weise zu verlieren. Jeder Mensch trauert anders. Bei einigen dauert es lange, bis die Wunde geheilt ist, während andere erpicht darauf sind, zur „Normalität“ zurückzukehren, damit sie versuchen können, das traurige Ereignis hinter sich zu lassen. Es ist für alle Eltern wichtig, was immer er oder sie fühlen, die Trauer zu durchleben. Es gibt bereits viele Selbsthilfegruppen, die helfen können das Unfassbare zu verarbeiten.

 

Autor: Redaktion / Katrin

Fotocredit: Photographee.eu, LightField Studios /shutterstock.com

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