Vergiftung

Vergiftungen bei Kleinkindern

Rund 1.000 Kinder erleiden jährlich Vergiftungen durch Medikamente, Haushaltschemikalien oder giftige Pflanzen. Besonders gefährdet sind Kleinkinder im Alter von bis zu drei Jahren. In diesem Alter erkunden die Kleinen die eigenen vier Wände, wobei alles Greifbare angefasst und nach Möglichkeit in den Mund gesteckt wird. Dieser Entdeckungsdrang ist wichtig für die kindliche Entwicklung und sollte auch nicht unterbunden werden. Dennoch müssen einige Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden – denn gerade im Haushalt gibt es Arzneien und Chemikalien, die zu teils lebensgefährlichen Vergiftungen führen können, wenn die Kleinen sie schlucken. Einige Chemikalien können auch Verätzungen der Haut hervorrufen.

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Chemikalien und Medikamente im Haushalt große Gefahrenquelle

Viele Behälter von Haushaltsreinigern sind für Kinderhände leicht zu öffnen. Auch kindersichere Verschlüsse sind keine Garantie dafür, dass Kinder Verschlüsse nicht aufbekommen. Ein besonderer Anreiz für Kleinkinder sind Medikamente, die nicht kindersicher verwahrt sind: Sie haben aufgrund von Form und Farbe große Ähnlichkeit mit Bonbons. In Nachtkästchen, Handtasche oder Badezimmerschränken gefunden, verwechseln Kinder bunte Pillen häufig mit Süßigkeiten – ein Irrtum, der fatale Folgen haben kann. Aber auch bunte Parfums, Rasierwasser oder Nagellack haben eine magische Anziehungskraft – darin enthaltener Alkohol kann ebenfalls zu Vergiftungen führen.

 

Vergiftungen bei Kleinkindern

 

Das KfV empfiehlt folgende Sicherheitstipps, um Vergiftungen vorzubeugen:

  • Grundsätzlich gilt: Bewahren Sie Medikamente und Haushaltschemikalien, wie Bodenreiniger in einem absperrbaren Schrank auf, der für Kinder unerreichbar ist.
  • Achten Sie beim Kauf auf kindersichere Verschlüsse. Allerdings sollten Sie darauf achten, dass diese für Kinderhände tatsächlich nicht zu öffnen sind. Zwar sind sie schwieriger zu überwinden, als gängige Verschlüsse, doch auch Chemikalien mit kindersicherem Verschluss müssen außerhalb der Reichweite von Kleinkindern aufbewahrt werden.
  • Keine Medikamente oder Chemikalien im Hausmüll entsorgen.
  • Nur Haushaltschemikalien für den privaten Gebrauch verwenden! Industriechemikalien sind anders zusammengesetzt und daher oft auch gefährlicher. Aggressive Reiniger sollten vermieden werden – nicht immer ist es notwendig zu Chemikalien zu greifen. Gewöhnlicher Essig kann ätzende Entkalkungsmittel und WC-Reiniger ersetzen.
  • Medikamente, Haushaltschemikalien und weitere giftige, ätzende und ungenießbare Stoffe nur in der Originalverpackung mit der richtigen Kennzeichnung, dem entsprechenden Warnetikett und gegebenenfalls Beipackzettel aufbewahren. Im Ernstfall kann einem Arzt so schnell gesagt werden, welche Inhaltsstoffe das Kind verschluckt hat.
  • Auf giftige Pflanzen sollte verzichtet werden. Erkundigen Sie sich beim Kauf, welche Pflanzen Sie kaufen und ob diese giftig sind. Gefährlich für Kinder sind Pflanzen, wie Dieffenbachie, Eisenhut, Engelstrompete und Herbstzeitlose.
  • Pflanzenschutzmittel, Schädlingsbekämpfungsmittel, Schwimmbadchemikalien, Nagellack, Frostschutzmittel, Renoviermaterial – die Liste der giftigen Haushaltschemikalien ist lang und nicht immer wird daran gedacht, dass sie für Kleinkinder eine Gefahr darstellen. Sie sollten daher unbedingt auf allen Vieren eine Entdeckungsreise durch Ihre Wohnung machen. Sie werden erstaunt sein, was alles in Reichweite Ihres Kindes ist!

Was tun bei Vergiftungen?

Allgemein gilt: Je schneller die Hilfe, desto geringer die Folgen! Bevor Sie allerdings eine Maßnahme setzen, sollten Sie unbedingt einen Arzt oder die Vergiftungsinformationszentrale (01/406 43 43) zu Rate ziehen. Reste der eingenommenen Substanz sowie die Originalverpackung müssen sichergestellt und zum Arzt oder ins Spital mitgenommen werden. Angaben über Unfallzeitpunkt und die ungefähre Menge der eingenommenen Mittel sind für wirkungsvolle Gegenmaßnahmen wichtig. Hausmittel, wie das Verabreichen von Milch oder der Versuch, Kinder zum Erbrechen zu bringen, sind in vielen Fällen gefährlicher als die eigentliche Vergiftung.

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Für weitere Informationen zum Thema steht der Folder „Gift: Gefahr für Kinder“ kostenlos unter www.kfv.at zum Download zur Verfügung.

 

Autor: MMag. Ursula Messner

Fotocredit: Thomas M Perkins, MCarper /Shutterstock.com

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