Mädchen schreit Bub an

Verhaltensauffälligkeiten ausgelöst durch Kindergarten

Wenn Kinder im Kindergarten verhaltensauffällig werden

Kinder zeigen in verschiedenen Situationen im Leben unterschiedliches Verhalten. So können Kinder, die zu Hause extravertiert und laut sind, im Kindergarten ruhig und zurückhaltend sein. Auch das umgekehrte Phänomen ist völlig normal. Doch was ist zu tun, wenn Ihr Kind durch den Besuch des Kindergartens plötzlich ein ganz anderes Verhalten zeigt? Ab wann löst der Kindergarten in Ihrem Kind eine Verhaltensstörung aus? Wir haben nachgeforscht.

Zu Hause der Engel und der Teufel im Kindergarten

Berichten Erzieher vom Fehlverhalten der Kinder, ist die Antwort der Eltern oft „Also zu Hause passiert das nicht!“ Erzieher sehen die Ursache für die Verhaltensauffälligkeit üblicherweise trotzdem erst im Zuhause des Kindes und versuchen herauszufinden, welche Regeln zu Hause gelten.

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Lassen Sie sich dadurch erst nicht verunsichern. Die Ursache für die Verhaltensauffälligkeit Ihres Kindes kann auch im Kindergarten liegen. Beispielsweise sind in manchen Kindergärten die Regeln unklar oder bleibt deren Missachtung ohne Konsequenzen. Die Kinder fühlen sich verunsichert und reagieren mit „auffälligen“ Verhaltensweisen, um die Grenzen zu testen.

Manchmal werden Verhaltensauffälligkeiten von den Erzieher/innen verstärkt, indem sie mit Aufmerksamkeit und Zuwendung in ihrem Verhalten bestärkt werden. Auf solche Weise wird die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Verhaltensstörungen erhöht, entsteht ein Teufelskreis.

 

Verhaltensauffälligkeit ausgelöst durch Kindergarten

Oft kommt es auch zu einer Vorverurteilung der Kinder. Zeigt ein Kind häufiger aggressives Verhalten, hören Eltern beim Abholen Ihres Kindes, es würde immer aggressiver werden. Diese Art der Aussagen – noch dazu vor dem Kind – führt zu selbsterfüllenden Prophezeiungen und führt zu Antipathie beim Erzieher, der das Kind mit noch extremeren Verhaltensweisen Einhalt gebieten möchte.

Viele Kindergärten begegnen leider einer ganzen Familie umgehend mit Vorurteilen. Kommt die Familie aus einer sozial schwächeren Schicht oder handelt es sich um Scheidungskinder, können Vorurteile die Beziehung zwischen Erzieher und Ihrem Nachwuchs belasten und zu Verhaltensstörungen führen.

Auch das Betreuungsangebot selbst kann zu auffälligem Verhalten bei Ihrem Kind führen. Ist der Altersunterschied zwischen den Kinder groß und wird das Programm mehr auf die jüngeren Kinder angepasst, kann Ihr Kind schnell gelangweilt sein und sich mit seinem auffälligen Verhalten selbst beschäftigen. Andere Kinder, insbesondere wenn sie in ihren Familien im Mittelpunkt stehen, können in einer großen Gruppe nur dann die gewohnte Aufmerksamkeit erlangen, wenn sie aggressiv sind, herumtoben oder anderweitig ausagieren. Bei großen – und insbesondere bei offenen Gruppen – fällt es manchen neuen Kindern auch schwer, eine Bezugsperson zu finden. Das Fehlen sicherer Bindungen erschwert aber eine normale Entwicklung in der Kindertageseinrichtung.

Was tun bei Verhaltensstörungen

Zeigt Ihr Kind Verhaltensstörungen und sehen Sie die Gründe dafür im Kindergarten, sollten Sie Ruhe bewahren und frühzeitig reagieren. Seien Sie Ihrem Kind ein gutes Vorbild und suchen Sie das Gespräch mit dem Kindergarten. Gehen Sie die Aktivitäten mit den Erziehern minutiös durch versuchen Sie gemeinsam eine Lösung für das Problem zu finden. Es kann auch helfen, wenn die Erzieher das Verhalten auf Video festhalten, sodass Sie es später gemeinsam anschauen können.

Suchen Sie das Gespräch zu Ihrem Kind. Machen Sie Ihrem Kind dabei aber keine Vorwürfe. Auch Schimpftiraden sollten Sie vermeiden. Geben Sie Ihrem Kind das Gefühl, dass es Sie ebenso bedrückt, wenn Ihr Kind im Kindergarten keinen Spaß hat. Versichern Sie Ihrem Kind, dass Sie an einer Lösung interessiert sind. Auch an ein Sechs-Augen-Gespräch mit einem Erzieher kann helfen. Wichtig sind die richtigen Umstände. Auf gar keinen Fall soll sich Ihr Kind angeprangert fühlen. Es sollte im Sinne aller sein, ein harmonisches Miteinander zu erzeugen.

 

Autor: Redaktion/Kerstin

Fotocredit: Tatyana Dzemileva, Dragana Djorovic /shutterstock.com

 

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