Babyblues

Babyblues

Blues ist eine bestimmte Musikform aus den USA und dort Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden – und kein Vorläufer vom Babyblues. Als Babyblues bezeichnet man ein Stimmungstief, das Frauen kurz nach der Geburt befällt. Auch Männer sollen davon betroffen sein und ihre „Heultage“ bekommen.

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Das Postpartale Stimmungstief, wie der Babyblues amtlicherseits heißt, entsteht in den ersten Tagen nach der Geburt und klingt innerhalb von Stunden oder Tagen wieder ab. Also kein Problem? Nun, die betroffenen Mütter und gegebenenfalls auch Väter sehen das anders. Doch sei zunächst gesagt, dass dieser Zustand wirklich nur kurze Zeit anhalten muss.

Babyblues – eine Zivilisationskrankheit

Es ist bemerkenswert, dass der Babyblues in vielen Naturvölkern nicht vorkommt und nur die Frauen in den Industriegesellschaften betroffen sind. Ist für sie die Geburt eines Kindes nicht mehr ein natürlicher Vorgang? Oder haben sie plötzlich Angst vor der Zukunft, entweder der des Babys oder ihrer eigenen, dass sie eventuell für das Baby nicht richtig sorgen könnten? Sind es hormonelle Ursachen, die sich nach kurzer Zeit wieder einregulieren?

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Babyblues

Möglicherweise kommen noch zwei andere Ursachen infrage. Es könnte die Erschöpfung nach der Geburt, die ja meist nicht ganz leicht vonstatten geht, sein. Und es könnte die trostlose Situation im Krankenhaus sein, denn die meisten Mütter befinden sich in diesen Tagen ja noch im Krankenhaus. Dann sorgt schon die Freude, dieser Umgebung wieder entkommen zu können, dafür, dass der Babyblues wieder optimistischeren Gefühlen weicht. Es ist sehr selten, dass die Mutter länger darunter zu leiden hat.

Da ist natürlich ein verständnisvoller und hilfsbereiter Partner ebenfalls ein wichtiger Umstand, der schnell aus dieser leichten Depression hilft. Es ist lieb von ihm, wenn er während dieser Zeit anwesend oder doch zumindest per Telefon jederzeit erreichbar ist, wenn er sich nicht frei nehmen kann. Und der Partner sollte dazu auch bereit sein. Schließlich weiß er von der Geburt ja auch schon einige Zeit vorher und kann die geschäftlichen Termine dann entsprechend planen.

Wochenbettdepression

Es kann in einzelnen Fällen auch schwerer für die Mutter werden. Eigentlich nur dann, wenn die vor ihr liegenden Veränderungen durch das Baby ihr wie ein unüberwindliches Hindernis vorkommt und auch keiner da ist, der ihr über darüber hinweg hilft, kann es zu einer Wochenbettdepression und damit zu einer ernsten Erkrankung kommen. Sie ist dadurch gekennzeichnet, dass die Niedergeschlagenheit länger anhält und extreme Angst vor dem Versagen in der Mutterrolle hinzu kommt.

Dann ist ärztliche Hilfe für die Mutter dringend erforderlich.

Fotocredit: Africa Studio, tdemirboga /Shutterstock.com

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