Erste Untersuchungen – medizinische Vorsorge bei Babys

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Erste Untersuchungen – medizinische Vorsorge bei Babys

Bereits in der Schwangerschaft werden die Entwicklung und die Gesundheit des Kindes durch den Frauenarzt kontrolliert. Ist das Baby dann auf der Welt gehen die Untersuchungen weiter, immer mit dem Ziel vor Augen, das Beste für das Kind zu tun.  Das Neugeborene wird von Kopf bis Fuß untersucht, Anzeichen von Krankheiten frühzeitig erkannt und sonstige Beeinträchtigungen kontrolliert.  Nach dem Aufenthalt im Krankenhaus ist diese medizinische Vorsorge für das Kind allerdings nicht abgeschlossen – in den nächsten Jahren kommt eine Reihe von Untersuchungen auf das Kind zu, welche für die normale Entwicklung des Kindes unverzichtbar ist.

  • Welche Untersuchungen kommen auf mein Kind zu?
  • Wie sieht so eine Untersuchung aus?
  • Welche Besonderheiten werden bei den Untersuchungen vorgenommen?
  • Welche Impfungen werden allgemein vorgenommen?
  • Wie geh ich vor, wenn mein Kind vor dem Impftermin erkrankt?

Welche Untersuchungen kommen auf mein Kind zu?

Direkt nach dem Krankenhausaufenthalt bekommen die frischgebackenen Eltern ein gelbes Vorsorgeheft mit auf den Heimweg. In diesem Heft werden die Befunde zu den Untersuchungen – welche als U mit entsprechender Nummer – eingetragen. Zu jeder weiteren medizinischen Vorsorge wird das Vorsorgeheft dem Kinderarzt überreicht.  Sobald das Kind geboren wurde und es gesund ist, wird die erste Untersuchung, die U1, vorgenommen. Danach werden weitere Untersuchungen in folgenden Abständen vorgenommen

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  • U2 – 3.-10. Lebenstag
  • U3 – 4.-6. Lebenswoche
  • U4 – 3.-4. Lebensmonat
  • U5 – 6.-7. Lebensmonat
  • U6 – 10.-12. Lebensmonat
  • U7 – 21.-24. Lebensmonat
  • U8 – 43.-48. Lebensmonat
  • U9 – 60.-64. Lebensmonat

Sehen Sie diese Termine jedoch nicht als lästige, überflüssige Pflicht an, sondern nutzen Sie die Gelegenheit bestens über die Eckdaten Ihres Kindes informiert zu sein.

Wie sieht so eine Untersuchung genau aus?

Der Kinderarzt wird sich bei der Untersuchung das Kind genau ansehen und es entsprechend untersuchen.  Eine Gewichtskontrolle, eine Messung der Körpergröße sowie Abschätzung der Entwicklung gehören weiterhin zur medizinischen Vorsorge. Natürlich können Eltern allerlei Fragen zu ihrem Kind stellen sowie Sorgen und Probleme abklären. Ein guter Kinderarzt wird sich die nötige Zeit nehmen und Ihnen ein offenes Ohr schenken, damit Sie beruhigt wieder nach Hause fahren können. Sind Sie aus irgendwelchen Gründen mit Ihrem Kinderarzt nicht zufrieden, scheuen Sie sich nicht zu wechseln. Alle wichtigen Daten sind im gelben Vorsorgeheft chronologisch verzeichnet, so dass Ihnen keine wichtigen Informationen abhanden kommen können.

Welche Besonderheiten werden bei den Untersuchungen vorgenommen?

Einige Untersuchungen beim Kinderarzt nehmen mehr Zeit in Anspruch als andere. Bei der U3 beispielsweise wird ein aufwendiges Ultraschallscreening der Hüfte vorgenommen, um eine eventuelle Fehlstellung  – der so genannten Hüftdysplasie – auszuschließen. Diese Untersuchung dauert eine Weile, daher sollten Sie für diesen Termin eine Zeit abklären, bei der Ihr Kind ausgeschlafen und satt ist. Bei hungrigen oder müden Säuglingen dürfte diese Untersuchung eher schwierig werden.

Bei den späteren Untersuchungen werden Sie schnell feststellen, dass neben der Kontrolle von Körpergewicht, Körpergröße und Kopfumfang auch andere typische Merkmale in den Vordergrund treten: Entwicklung der Augen, ein Sprach- sowie Hörtest, Reflexkontrolle, Fragen zu Spiel- und Sozialverhalten sind häufig Mittelpunkt der Untersuchungen. Sie dienen zur frühzeitigen Korrektur von Fehlentwicklungen oder Normabweichungen und sind deshalb äußerst wichtig.

 

Medizinische Vorsorge bei Babys

Welche Impfungen werden allgemein vorgenommen?

Schon während der Schwangerschaft ist Impfung ein großes Thema und auch nach der Geburt werden junge Eltern zu den einzelnen Impfungsmöglichkeiten informiert. Hierbei bleibt es den Eltern teilweise überlassen, ob das volle Programm vorgenommen werden soll und welche Impfstoffe nicht unbedingt nötig sind. Als Resultat wird ein Impfplan erstellt, den man einhalten sollte, da ansonsten ein Impfschutz nicht gegeben ist.

Die Impfungen werden bestmöglich im Rahmen der allgemeinen Untersuchungen vorgenommen. Begonnen wird meist mit der U4, also ab dem 3. Lebensmonat. Oft werden kombinierte Injektionen verabreicht, welche mehrere Impfstoffe enthalten. Hierzu gehörten beispielsweise

  • Diphterie
  • Keuchhusten (Perussis)
  • Wundstarrkrampf (Tetanus)
  • Hämophilus Influenzae Typ B, welche Meningitis auslösen kann
  • Kinderlähmung (Polio)

Mit der U6 wird eine weitere Impfung empfohlen, welche kurz als MMR im Impfpass eingetragen ist. Diese Impfung beinhaltet

  • Masern
  • Mumps
  • Röteln
  • Varizellen (Windpocken)
  • Pneumokokken – Bakterium, welches unter Umständen Krankheiten wie beispielsweise Mittelohrentzündung, Nasennebenhöhlenentzündung, Lungenentzündung oder Hirnhautentzündung auslösen kann.

Falls Ihr Kind nach dem Impfen einen Fieberschub oder ähnliche Krankheitsbilder aufweist, so brauchen Sie in der Regel keine Besorgnis haben. Laut Statistik weist eins von zehn Kindern eine Impfreaktion auf, welche eine typische Abwehrhaltung des Körpers ist, schließlich wurde ihrem Kind der Krankheitserreger in abgeschwächter Form in den Körper injiziert. Haben Sie dennoch Grund zur Besorgnis, so setzen Sie sich mit Ihrem Kinderarzt in Verbindung, schildern Sie Ihr Problem oder fahren notfalls nochmals in die Praxis, um das Kind untersuchen zu lassen.

Wie geh ich vor, wenn mein Kind vor dem Impftermin erkrankt?

Ist Ihr Kind krank, so muss man abwägen, ob die Impfung oder ein weiterer Impftermin verschoben werden muss. Hat das Kind lediglich einen kleinen Schnupfen, so besteht hier kein Grund zur Verunsicherung. Ist das Kind jedoch krank, so wird der Kinderarzt das Immunsystem Ihres Schützlings nicht mit einer Impfung belasten. Keine Sorge: der Impfschutz aus der vorangegangenen Impfung ist nicht gleich aufgehoben, sondern lässt einen gewissen Zeitrahmen für eine Auffrischung offen. Sprechen Sie dies auf jeden Fall mit Ihrem Kinderarzt ab.

Fotocredit: Chikala, Rawpixel.com /Shutterstock.com

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