Gefahrenherd Garten

Gefahrenherd Garten

Mehr als 5.000 Kinder verletzen sich in Österreich jährlich durch Spielplatzgeräte. Ein Drittel der Betroffenen verunglückt in privaten Gärten. Auch Biotope und Teiche stellen große Gefahren dar. Lesen Sie hier, was Eltern beachten sollten, um das Unfallrisiko zu senken.

 

Kinder auch im eigenen Garten unbedingt beaufsichtigen

Endlich Frühling! Endlich wieder im Freien herumtollen. Die meisten Kinder können es kaum erwarten, den Spielplatz unsicher zu machen. Und das ist gut so. Schließlich steht außer Frage, dass Bewegung für die Entwicklung unserer Kinder wichtig ist und deshalb bestmöglich gefördert werden sollte. Öffentliche Spielplätze oder Spielgeräte im eigenen Garten sind dafür besonders geeignet und obendrein beim Nachwuchs sehr beliebt. Sie bieten verschiedene Bewegungsmöglichkeiten unter freiem Himmel. Damit aus Spaß nicht rasch Ernst wird, sollte der sicheren Beschaffenheit und Anordnung solcher Geräte natürlich größtmögliche Beachtung geschenkt werden. Denn allein im Jahr 2006 haben sich in Wien 1.000 Kinder unter 15 Jahren durch Spielgeräte so schwer verletzt, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten. Ein Drittel davon verletzte sich in privaten Gärten, nicht auf öffentlichen Spielplätzen. „Oft stellen Eltern oder Großeltern für ihre Kleinen Spielgeräte im heimischen Garten auf, vergessen aber auf die regelmäßige Wartung“, sagt DI Klaus Robatsch, Leiter der Landesstelle Wien im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV). Hinzu kommt die Tatsache, dass Eltern ihre Kinder im eigenen Garten häufiger unbeaufsichtigt lassen als auf öffentlichen Plätzen. „Und schon wird mehr getobt und auch häufiger gefallen“, so der Experte.

 

Worauf Eltern im eigenen Garten achten sollten

Die Freizeitunfallstatistik des KfV zeigt, dass sich Kinder in den wenigsten Fällen aufgrund defekter Spielgeräte verletzen, sondern vielmehr aufgrund von Übermut oder Gleichgewichtsverlust. „Dennoch gibt es viele kleine Mängel, die schnell ausgebessert werden können“, weiß Robatsch. Eltern sollten vor allem auf eventuelle Roststellen oder Splitter achten und beide Gefahrenstellen rasch beseitigen. Hat man mehrere Spielgeräte im eigenen Garten, können Eltern durch die richtige Anordnung und Raumaufteilung Unfallprävention betreiben. Wichtig ist es, die Geräte in entsprechenden Abständen aufzustellen – vor allem gilt das natürlich bei schwingenden Schaukeln.

 

Wie sicher ist das Spielgerät für Kinder?

Spielgeräte müssen grundsätzlich fest mit dem Untergrund verbunden, und das Fundament muss unsichtbar sein. Morsche oder verrostete Teile an Spielgeräten haben auf einem Kinderspielplatz nichts zu suchen. Ebenso wie spitze Kanten und hervorstehende Teile (zum Beispiel Nägel). Ideal ist es, wenn der Geräteuntergrund mit dämpfendem Material ausgestattet ist – Sand, Rundkies, Rindenmulch, Holzschnitzel oder Fallschutzmatten eignen sich dafür besonders gut.

 

Gefahrenherd Rutschen und Sandkisten

Die Einfassung von Sandkisten darf nicht aus Stein sein – grundsätzlich dürfen auch hier keine scharfen Kanten vorhanden sein. Bei Rutschen kommt es darauf an, dass die Außenwände der Rutschflächen mindestens 15 Zentimeter hoch sind, und dass der waagrechte Rutschenanfang (Einsitzbereich) absturzgesichert ist. Der Aufstieg zur Rutsche sollte unbedingt mit Handläufen auf beiden Seiten ausgestattet sein.

 

Todesfalle Pool & Biotop

Ertrinken stellt bei Kleinkindern unter fünf Jahren die zweithäufigste Unfallart mit Todesfolge – hinter Verkehrsunfällen – dar. Zwischen 2001 und 2006 ertranken 47 Kinder unter 15 Jahren. Besonders groß ist die Gefahr bei Kleinkindern, denn 66 Prozent (31 Kinder) waren unter fünf Jahren. Allein im Jahr 2003 ertranken zwölf Kinder, sie alle waren jünger als fünf Jahre. Ertrinkungsunfälle mit Kleinkindern passieren oft im eigenen Garten oder in der unmittelbaren Wohnumgebung. Viele Kinder sind unbeaufsichtigt, spielen beim Pool oder Biotop und fallen hinein. Schon eine Minute Unachtsamkeit kann zur Katastrophe führen, denn Kleinkinder können bereits bei einer Wassertiefe von wenigen Zentimetern ertrinken. In der Paniksituation können sie den Kopf nicht mehr eigenständig aus dem Wasser ziehen, verfallen in eine Starre und ertrinken letztlich lautlos. Auch wenn der Unfall nicht tödlich endet, ist die Gefahr eines bleibenden Gehirnschadens wegen unterbrochener Sauerstoffzufuhr groß.

 

So sichern Sie den Pool für Ihr Kind

Da offene Wasserflächen schnell zur tödlichen Falle werden können, sind Eigentümer dazu verpflichtet, ihre Teiche, Biotope, Regentonnen oder Swimmingpools abzusichern. Idealerweise wird dies bei der Planung bedacht. Gewässer sollen prinzipiell nur an gut einsehbaren Stellen angelegt werden. Instabile Randbereiche, wie lose Platten, Steine oder schlammig-sumpfiger Untergrund sollen vermieden werden. Ein besonders guter Schutz für Kleinkinder sind professionell angelegte Umzäunungen. Eine entsprechende Bepflanzung sorgt bei Bedarf für die unauffällige Optik. Statt des Zauns ist auch ein Gitter möglich: Knapp unter der Wasseroberfläche montiert, lässt es Kinder beim Sturz zwar nass werden, aber nicht untergehen. Falls es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen doch mal zum ungewollten Sturz ins Nass kommt, kann ein Poolalarm, der auf der Wasseroberfläche schwimmt und auf Wasserverdrängung reagiert, mit lautem Signal sofort darauf aufmerksam machen und damit Kinderleben retten.

 

Autor: BabyExpress

Fotocredit: LeManna/Shutterstock.com

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