Hyperaktivität

Hyperaktivität

Dass die Hyperaktivität kein Schwäche der Neuzeit ist, beweist das Märchen von Heinrich Hoffmann aus dem Jahre 1846: die Geschichte vom Zappel-Philipp. In dieser Erzählung geht es um den Jungen Philipp, der am Tisch einfach nicht ruhig sitzen will, mit dem Stuhl hin und her schaukelt und schlussendlich die Mahlzeit samt der Tischdecke von der Tafel reißt und die gute Mahlzeit auf dem Boden landet. Was hier bereits in früher Zeit beschrieben wurde, ist für viele Familien heutzutage Alltag – die Hyperaktivität.

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  • Was ist Hyperaktivität?
  • Wie entsteht Hyperaktivität?
  • Welche Symptome treten bei einer Hyperaktivität auf?
  • Wie kann ich feststellen, ob mein Kind an Hyperaktivität leidet?

Was ist Hyperaktivität?

Kinder, welche mit der Hyperaktivität leben, werden auch kurz als „hyperaktiv“ bezeichnet. Hier werden von Ärzten verschiedene Verhaltensauffälligkeiten überprüft, um diese Aktivität beim Kind zu diagnostizieren. Obwohl meist geglaubt wird, dass Kinder mit Hyperaktivität nicht konzentrationsfähig sind, werden oftmals eine hohe Intelligenz und eine gesunde körperliche und seelische Verfassung festgestellt. Auch eine Behinderung liegt hier nicht vor.

Mediziner sprechen bei jenen Kindern, welche hyperaktiv sind, von einer Teilleistungsstörung, HKS (hyperkinetische Störung) oder ADS (Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom). Gemeinhin wird geschätzt, dass ungefähr 6-10% aller Kinder unter dem Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom leiden – hierbei wird noch differenziert, dass etwa fünfmal mehr Jungen als Mädchen betroffen sind.

Wie entsteht Hyperaktivität?

Bis vor ungefähr 10 Jahren waren sich Ärzte noch sicher, dass eine Hirnschädigung für die Hyperaktivität beim Kind verantwortlich sei. Dank neuester Untersuchungen weiß man jedoch, dass die Durchblutung bei jenen Menschen im Gehirn in bestimmten  Bereich herabgesetzt ist und somit eine Hyperaktivität ausgelöst wird. Einige Studien ergaben sogar, dass die Eltern hyperaktiver Kinder ebenfalls auffallend unruhig oder konzentrationsgestört sind. Aufgrund dieser Erkenntnis darf man davon ausgehen, dass die Hyperaktivität sowohl genetisch als auch als Ergebnis durch Einflüsse von Krankheiten in der Schwangerschaft  und bei Geburtsschwierigkeiten ausgelöst werden kann.

 

Hyperaktivität bei Kindern

Welche Symptome treten bei einer Hyperaktivität auf?

Verschiedene Symptome sind bei Kindern mit Teilleistungsstörungen beobachtet worden. Diese Symptome geben für Ärzte zwar mehr Aufschluss über eine etwaige Erkrankung, dennoch sollten Sie selbst daraus keine voreiligen Schlüsse ziehen, falls Sie bei Ihrem Kind ein ähnliches Verhaltensmuster erkennen sollten. Beobachten Sie Ihr Kind über einen längeren Zeitraum und besprechen Sie die Situation mit Ihrem Arzt.

Eventuelle Symptome für eine Hyperaktivität können mitunter sein:

  • Probleme im Sozialverhalten  sowie soziale Wahrnehmungsschwäche,
  • Abstandslosigkeit in sozialen Beziehungen,
  • Begeisterte Missachtung sozialer Regeln (Unterbrechung oder Einmischung bei Spielen mit Kindern),
  • Flüchtige Gefühlsausbrüche,
  • Unruhe,
  • Starke Stimmungsschwankungen,
  • Vorschnelles Beantworten von nicht beendeten Fragen,
  • Schwierigkeiten mit Wartezeiten,
  • Mangelnde Kraftdosierung (unbeabsichtigtes Zerbrechen von Dingen, die zu fest angefasst werden),
  • Gleichgewichtsstörungen,
  • Auditive Hörstörungen (das Kind kann einen Rhythmus nicht mit klatschen oder wiederholen),
  • Spielen häufig laut und haben Schwierigkeiten sich leise zu beschäftigen.

Wie kann ich feststellen, ob mein Kind an Hyperaktivität leidet?

Meist bemerken Eltern zu Anfang an ihren Kindern lediglich Kleinigkeiten, welche sie jedoch aufhorchen lassen. Mit der Zeit verstärken sich die Symptome häufig, was eine gezielte Hilfe von speziellen Ärzten und Fachleuten erforderlich macht.

In einigen Fällen werden den Kindern besondere Medikamente verschrieben, welche

  • die Konzentrationsspanne erhöhen
  • die Ablenkbarkeit reduzieren,
  • die Fähigkeit Aufgaben abzuschließen vergrößert,
  • die Ruhelosigkeit reduziert
  • und die Impulsivität abschwächt.

Durch diese Medikation ist es den Kindern oftmals möglich, an ruhigen Gesprächen teilzunehmen, sich im sozialen Umfeld besser zu integrieren und auch wieder ruhiger zu spielen. Ob ein Kind jedoch medikamentös behandelt wird, ist von einem Arzt zu entscheiden, welcher in einigen Untersuchungen eine Teilleistungsstörung diagnostizieren wird.

In vielen Fällen helfen den Kindern jedoch auch gewisse Ausübungen von Sportarten oder anderweitigen Beschäftigungstherapien, um den Alltag besser und ruhiger bewältigen zu können.

Fotocredit: Sunny Studio, Ana Blazic Pavlovic /Shutterstock.com

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