Impfungen für Säugling und Kleinkind Meningokokken

Impfungen für Säugling und Kleinkind Teil 2

Das kostenfreie österreichische Impfprogramm, das allen in Österreich lebenden Kindern bis zum 15. Lebensjahr zur Verfügung steht, umfasst weitere Impfung gegen hochansteckende, bakteriell oder viral verursachte Erkrankungen. Die Entscheidung, ob und wann ein Kind geimpft wird, basiert auf Freiwilligkeit und obliegt den Eltern.
Neben Impfungen gegen Diphtherie, Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), Haemophilus influenza Typ B (HIB), Hepatitis B, Humane Papillomviren (HPV), Influenza und Keuchhusten sind auch folgende Impfungen für den Schutz Ihres Säuglings oder Kleinkindes und damit auch der Allgemeinheit relevant:

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Kinderlähmung

Bei der Kinderlähmung bzw. Poliomyelitis, kurz: Polio, handelt es sich um eine schwerwiegende Infektionskrankheit, die vorwiegend im Kindesalter auftritt. Die Krankheit kann symptomlos verlaufen, führt jedoch oft auch zu Lähmungen vornehmlich der Extremitäten. Ein Befall der Atemmuskulatur führt zum Tod. Übertragen wird die Poliomyelitis durch Schmier-, seltener auch durch Tröpfcheninfektion. Zur Prophylaxe stehen zwei Arten des Impfstoffes zur Verfügung: Ein Lebend- und ein Totimpfstoff.
Der Totimpfstoff ist äußerst nebenwirkungsarm und kann auch bei Personen mit geschwächtem Immunsystem Anwendung finden. Er ist in Europa flächendeckend in Verwendung. Der Nachteil des Totimpfstoffes ist seine im Vergleich zum Lebendimpfstoff geringere Schutzfunktion. Der Lebendimpfstoff ist als Schluckimpfung verfügbar, ist aber aufgrund des – wenn auch minimalen -Risikos der Erkrankung an einer Impfpoliomyelitis seit 1998 in Europa nicht mehr im Einsatz.

Masern-Mumps-Röteln

Die meldepflichtige Infektionskrankheit Masern wird durch das Masernvirus ausgelöst. Es handelt sich dabei um eine hochansteckende, in einige Fällen mit lebensbedrohlichen Komplikationen einhergehende Erkrankung, die hauptsächlich Kinder betrifft. Das Virus verursacht dabei eine signifikante Schwächung des Allgemeinzustandes, begleitet von Fieber und dem für die Masernerkrankung charakteristischen Hautausschlag (Masern-Exanthem). Weiters können Komplikationen wie eine Entzündung des Hirns und der Lunge auftreten.
Bei Mumps handelt es sich ebenfalls um eine ansteckende Viruserkrankung, die neben den Speicheldrüsen auch andere Organe befallen kann und vor allem Kinder betrifft. Es können dabei Komplikationen wie eine Hirnhautentzündung auftreten.
Röteln werden durch das Rötelnvirus ausgelöst und gehen mit den typischen Hautausschlägen sowie Schwellungen der Lymphknoten und Fieber einher. Einmal daran erkrankt, besitzt man eine lebenslange Immunität gegen das Virus. Eine Infektion während einer Schwangerschaft ist besonders besorgniserregend, da das Virus Komplikationen und teils schwere Fehlbildungen beim ungeborenen Kind bis hin zu Fehlgeburten auslösen kann.
Es ist ein Kombinationsimpfstoff zum Schutz des Kindes vor allen drei Erkrankungen verfügbar (MMR-Impfung), der ab dem vollendeten 9. Lebensmonat verabreicht werden kann.

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Meningokokken

Meningokokken-Infektionen werden durch Bakterien verursacht und durch Tröpfcheninfektion übertragen. Sie können Erkrankungen wie Hirnhautentzündung (Meningitis) und Blutvergiftung (Sepsis) auslösen und in einigen Fällen trotz rasch erfolgender Behandlung einen tödlichen Verlauf nehmen. Die Symptomatik bei Säuglingen und Kleinkindern ist mit Apathie, Berührungs- und Lichtempfindlichkeit sowie Fieber und Nahrungsverweigerung wenig spezifisch.
Eine Impfung ist seit 2013 für Kinder ab dem zweiten Lebensmonat erhältlich.

 

Impfungen für Säuglinge und Kleinkinder

Pneumokokken

Bei einer Pneumokokken-Infektion handelt es sich um eine bakteriell verursachte Erkrankung, die über Schmierinfektion übertragen wird und besonders für Säuglinge und Kleinkinder bedrohlich sein kann. Pneumokokken können eine Vielzahl an Erkrankungen hervorrufen, unter anderem eine Lungen-, Mittelohr- oder Hirnhautentzündung. Bei Säuglingen und Kleinkindern zeigen sich nach einer Infektion oft Symptome wie Husten, schneller Puls, Blässe und Fieber. Babys zeigen meist eine Trinkschwäche und leiden unter Schnupfen. Eine mehrteilige Impfung ist für Kinder ab dem dritten Lebensmonat verfügbar.

Rotaviren

Ungefähr ein Drittel bis die Hälfte aller klinisch relevanten, schwerwiegenden Durchfallerkrankungen sind auf Rotaviren zurückzuführen. Eine Gefahr insbesondere für Säuglinge und Kleinkinder stellt die mit der Erkrankung einhergehende Dehydratation dar, die schätzungsweise weltweit jährlich einer halben Million Kindern unter fünf Jahren das Leben kostet.
Die Übertragung von Rotaviren erfolgt fäkal-oral, weshalb die Einhaltung ausreichender Hygienestandards für die Prophylaxe unbedingt notwendig ist.
Die Impfung besteht aus mehreren Teilen und ist als Schluckimpfung verfügbar. Sie sollte bereits in den ersten Lebenswochen verabreicht werden, wobei die Immunisierung spätestens bis zur 32. Lebenswoche abgeschlossen sein sollte. Ohne Impfung erkrankt nahezu jedes Kind im Laufe der ersten fünf Jahre an einer Infektion mit Rotaviren.

Tetanus

Bei Tetanus handelt es sich um eine durch das Bakterium Clostridium tetani ausgelöste Infektionskrankheit, die oft tödlich verläuft. Die widerstandsfähigen Sporen des Bakteriums sind fast überall in der Natur, aber auch im Stadtgebiet vorzufinden und dringen über Wunden in den menschlichen Körper ein. Die Erreger produzieren nach der Infektion ein Toxin, das die Muskelnervenzellen angreift und zu den für die Erkrankung typischen Muskelkrämpfen führt. Eine überstandene Erkrankung schützt nicht vor einer weiteren Infektion, weshalb ein ausreichender Impfschutz unerlässlich ist. Bei der Tetanus-Impfung handelt es sich um eine mehrteilige Impfung.

Varizellen (Windpocken)

Bei den Windpocken (auch: Feuchtblattern) handelt es sich um eine höchst ansteckende Viruserkrankung, die durch Tröpfcheninfektion übertragen wird. Die Erkrankung betrifft überwiegend Kinder und nach einer Erkrankung besteht in den meisten Fällen eine lebenslange Immunität. Die Symptome umfassen Fieber und den für die Erkrankung typischen, juckenden Hautausschlag mit Bläschenbildung. Im Rahmen der Erkrankung können auch Komplikationen wie eine Lungen-, Hirn- oder Hirnhautentzündung sowie eine Sepsis auftreten.
Ein Lebendimpfstoff kann Säuglingen ungefähr ab dem neunten Lebensmonat verabreicht werden.

 

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

https://www.gesundheit.gv.at/leben/eltern/mutter-kind-pass/impfungen-baby

https://www.sozialministerium.at/site/Gesundheit/Krankheiten_und_Impfen/

Impfen/Oesterreichischer_Impfplan_2019

 

Text: Claudia Z.

Fotocredit: Kateryna Kon,  Africa Studio/Shutterstock.com

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