Ihr Kind im 19. Lebensmonat

Da die meisten Kinder jetzt nicht nur sehr sicher laufen können, sondern auch recht koordiniert starten und auch wieder abbremsen, ist es gut mit dem Kleinen regelmäßig Ausflüge zu machen. Dafür brauchen Sie ein festes Schuhwerk. Besonders viel Freude haben die Kinder nun an Spielen, bei denen sie ihre frisch erworbenen Fähigkeiten einsetzen können. Hüpfen Sie gemeinsam, gehen Sie nach jedem zweiten Schritt in die Hocke oder laufen Sie seitwärts. Das trainiert besonders das Gleichgewicht. Ihr Kleines wird Ihnen zeigen wollen, was es alles kann und es will alles ausprobieren. Allerdings erkennt oder versteht ein so kleines Kind noch keine Gefahren. Sichern Sie Ihre Wohnung, sodass die Gefahrenquellen in der Umgebung auf ein Minimum reduziert werden. Das verhindert überflüssige Konflikte und spart vor allem Ihnen auch Nerven. Hin und wieder müssen Sie aber das ein oder andere verbieten, überlegen Sie sich deshalb vorher sehr gut, ob Sie ein „Nein“ einsetzen, und dann auch konsequent bleiben können. Denn nur so lernt das Kleine Sie ernst zu nehmen und fühlt sich selbst ernst genommen. Falls Sie es gewohnt sind, tagsüber das Radio oder den Fernseher im Hintergrund laufen zu haben, sollten Sie wissen, dass Kinder sehr viel empfindsamer auf Geräusche reagieren. Stille ist in unserer Gesellschaft ein kostbares Gut. Gönnen Sie deshalb Ihrem Kind, dass es sein Zuhause als stille Insel erleben darf. Viele Kinder reagieren auf permanenten Geräuschpegel auch überreizt und sie werden unruhig und zappelig, dadurch kann es auch zu Schlafproblemen kommen.

 

Kind im 19. Lebensmonat

Die Motorik wird komplexer

Die Fähigkeiten der Kinder werden immer komplexer. Die Wohnung reicht für das Bewegungs- und Entdeckungsbedürfnis als Aufenthaltsort für Kinder oft nicht aus. Neben dem Austoben wird es jetzt auch wichtig, den Kindern Grenzen und Ziele zu setzen. Spielen mit den Kindern wird zum Balanceakt zwischen Führung und Anleitung einerseits und Freiheit und Gewähren lassen andererseits. Phantasievolles Spielen ist Lernen für das Kind und der größte Bewegungsanreiz geht nun von etwas Neuem und Unbekannten aus. Andererseits kann „Zu viel“ auch schaden! Manche Kinder werden durch ständig neue Reize eher unkonzentriert und „fahrig“, sowie süchtig nach Neuem. Regen Sie Ihr Kleines auch zu Dingen wie beispielsweise Perlen auf eine Schnur auffädeln oder Gegenstände aus einer Schachtel aus- und wieder einräumen an, das fördert zusätzlich die Motorik. Auch Spielplatz- und Naturerfahrungen sind in diesem Alter sehr wichtig. Diese dienen nämlich als Wachstumsanreize und sind wichtig für die Entwicklung des Skelett- und Muskelsystems. Kinder wippen, schaukeln, rutschen, klettern, springen herum und balancieren. Das macht nicht nur müde, sondern senkt auch die Infektanfälligkeit. Auch die psychische und soziale Entwicklung wird durch den Kontakt mit anderen Kindern gefördert.

Das kleine Plappermaul sammelt Wörter

Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Auch wenn Sie von dem was Ihr Kleines Ihnen alles erzählt vermutlich nur die Hälfte verstehen, so hat ihr Kind sich inzwischen so einen großen Wortschatz angeeignet, dass es nahezu alle Wörter verstehen kann, die Sie sagen. Das liegt daran, dass dies ein Alter ist, in dem die Kleinen die Wörter sammeln. Die Zeit der Babysprache ist jetzt endgültig vorbei. Wahrscheinlich ist Ihre Sprachmelodie schon von selbst nicht mehr so übertrieben ausgeprägt wie im Gespräch mit dem Baby. Aber auch kindersprachliche Ausdrücke sollten jetzt der Vergangenheit angehören. Ihr Kind möchte schließlich die Sprache lernen, die die Großen sprechen und keine „Kinder-Spezial-Sprache“. Wenn Ihr Kind zu den „Plappermäulern“ gehört, die den lieben langen Tag sprechen, plaudern und erzählen – verlieren Sie nicht die Geduld! Lassen Sie sich auf die Gespräche ein, wenn Sie Zeit dazu und Spaß daran haben. Vergessen Sie nicht: Ihr Kind trainiert nicht nur sein Sprachvermögen, sondern verarbeitet auf diese Art seine Eindrücke, die es mit seinem neuen Bewegungsradius sammelt. Gehört Ihr Kleines zu den zögerlichen Sprechern ermutigen Sie es zum Erzählen. Tun Sie dies indem Sie dem Kleinen gut zuhören und das Gesprochene stets bestätigend wiederholen.

Fotocredit: Lopolo, Ole_CNX /Shutterstock.com

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