Mekonium (Kindspech)

Mekonium (Kindspech)

Das Mekonium (griechisch „Mohnsaft“) ist im deutschsprachigen Raum aufgrund seiner schwärzlichen Farbe und klebrigen Konsistenz als „Kindspech“ bekannt und bezeichnet die erste Darmentleerung des Neugeborenen.

 

Mekonium (Kindspech), eine klebrige Masse die nicht riecht

Kindspech ist geruchlos und wird in den ersten 24-48 Lebensstunden nach und nach ausgeschieden. Da der Darm des Neugeborenen erst noch seine Aufgabe aufnehmen muss, ist Kindspech streng genommen noch kein Stuhl, sondern die Ausscheidung einer Masse, die sich während der Schwangerschaft im Darm des Kindes angesammelt hat. Diese Masse besteht aus Schleim, Darmzellen, Gallenflüssigkeit und mit dem Fruchtwasser verschluckten Haaren und Hautzellen. Der Darm nimmt seine Tätigkeit erst mit der ersten richtigen Nahrungsaufnahme, also mit dem ersten Stillen oder dem ersten Fläschchen, auf und das Kindspech wird mit richtigen Verdauungsprodukten (Stuhl, Fäzes) ersetzt.

 

Mekonium

Mekonium (Kindspech) soll bald nach der Geburt ausgeschieden sein

Das Kindspech soll möglichst bald nach der Geburt ausgeschieden werden, da so die Gelbsucht des Neugeborenen verhindert oder verringert werden kann. Stillen beschleunigt die Ausscheidung des Kindspechs. Besorgniserregend wird es, wenn das Mekonium bereits vor oder während der Geburt in das Fruchtwasser gelangt oder wenn das Kind seinen Darm, zwei Tage nach der Geburt noch immer nicht entleert hat.

 

Besorgniserregend ist, wenn das Mekonium (Kindspech) in das Fruchtwasser gelangt

Geht das Kindspech ins Fruchtwasser ab, fürchtet man, dass das Ungeborene das durch das Mekonium grünlich gefärbte Fruchtwasser einatmen könnte, es so in die Lunge des Kindes eindringen könnte und dann zu Atemproblemen führen könnte (Mekoniumaspiration). Es ist vor allem bei langen, schwierigen Geburten und übertragenen Kindern (Geburt nach der 42. Schwangerschaftswoche) nicht selten, dass bereits Mekonium im Fruchtwasser enthalten ist, es kommt aber nur selten zu Komplikationen. Selbst mit Kindspech beschmiert geborene Kinder müssen nicht unbedingt eine Mekoniumaspiration erlitten haben. Immer wieder kommt es vor, dass Babys durch den Stress der Geburt ihren Darm entleeren, der Kopf sich aber bereits im Geburtskanal befindet und so nicht mehr in Kontakt mit dem Mekonium kommt.

 

Hat das Neugeborene nach 48 Stunden noch immer kein Kindspech ausgeschieden, deutet dies auf einen Darmverschluss, eine Passagestörung oder Morbus Hirschsprung hin. Dies muss vom Kinderarzt diagnostiziert werden.

 

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Autor: Redaktion / Birgit

Fotocredit: Iren_Geo, fizkes /Shutterstock.com

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