Is it necessary? – Fremdsprachen für Kinder

Is it necessary? – Fremdsprachen für Kinder

In Kindergärten und Schulen wird es immer beliebter – der Unterricht in Englisch oder anderen Sprachen. Bereits die Kleinsten sollen eine oder mehrere Fremdsprachen spielerisch erlernen, den eines ist klar: je jünger die Kinder sind, desto mehr können sie auch aufnehmen. Bei den Eltern trifft diese Idee jedoch auf unterschiedliche Meinungen. Ist Fremdsprachenunterricht im Kleinkindalter wirklich sinnvoll?

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Pro – Kinder sind neugierig

In vielen Kindergärten werden in kleinen Gruppen bereits die ersten Anfänge von Englisch angeboten. Hier lernen Kinder einfach leichte Worte und können so spielerisch eine neue Sprache erlernen. Für die meisten Kinder ist es ein wahrer Spaß und manchmal versuchen sie auch die Eltern zu überreden: Mama, ich will jetzt Englisch lernen.

Diese Motivation sich mit einer anderen, neuen Sprache zu beschäftigen ist durchaus positiv: der frühe Unterricht lehrt die Kinder mit der eigenen und der fremden Sprache zu spielen. So verankern sich einzelne Vokabeln und die Kinder lernen etwas Neues. Möglichkeiten zum Training werden unterschiedlich angeboten – von Büchern über CDs oder DVDs reichen die Variationen weit. Wichtig ist es, dass die Eltern das Gelernte mit den Kindern auch weiterüben, um den gewünschten Effekt auch umzusetzen.

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Das ist klar: Die Kindergarten- oder Vorschulkinder erlernen die Sprache anders als Erwachsene. Das spielerische Üben lehnt sich in etwa an den Erwerb der eigenen Muttersprache an. Hier zählen einzig und allein der Eindruck und das Kennenlernen der Sprache selbst. Grammatikalische Feinheiten werden nicht ernst genommen – diesen Part übernimmt später der Unterricht in der Schule.

Sprachwissenschaftler befürworten Zweisprachen: Die Flexibilität der Sprache sowie die Strukturen machen die Fremdsprache für ein Kind erst interessant. Wichtig sind hier konkrete Beispiele aus dem Alltag, mit denen die Kinder das Erlernte auch umsetzen können. Dabei sollte der Unterricht so locker und einfach wie möglich gehalten werden, damit für die Kleinkinder die Fremdsprache ebenso natürlich empfunden wird wie die Muttersprache.

Nach neusten Erkenntnissen aus der Hirnforschung wurde weiterhin bekannt, dass Kinder mit frühem Unterricht in Fremdsprachen das Erlernte optimal aufnehmen können. Besonders in jungen Jahren können die neuronalen Veränderungen besser verarbeitet werden, so dass großer Nutzen durch das Erlernte entsteht.

 

Fremdsprachenfür Kinder

Contra: Man kann Kinder nicht programmieren

Möchte man einen Rat von Erziehern oder Kinderärzten in punkto frühzeitige Fremdsprachenerziehung, so wird man sicherlich nichts Negatives darüber zu hören bekommen. Nach neuestem Stand gibt es keine Erkenntnisse über Schädigungen bei Kindern, welche früh fremde Sprachen erlernen.

Experten raten jedoch vom frühzeitigen Unterricht ab: sicherlich ist das junge Gehirn der Kinder äußerst empfänglich für Neuigkeiten. Es kann durchaus neben der eigenen Sprache auch weitere Informationen aufnehmen und verarbeiten. Jedoch sehen Kritiker ein Problem: die Art des Spracherwerbs nehmen Sprachlehrer zu selbstverständlich an. Ein Fremdsprachenunterricht in der Form wie er zwischen Kindergartenkindern und Vorschulkindern stattfindet hat nichts mit dem Aufwachsen in einer zweisprachigen Familie oder traditionellem Fremdsprachenerwerb gemeinsam. Hier lenkt der Fremdsprachenunterricht in die gleichen Bahnen wie der Erwerb der Muttersprache. Ein sinnvoller Erwerb von Fremdsprachen funktioniert jedoch erst regulär durch die Verwendung von Verstehen und Erkennen. Für vier- oder fünfjährige Kinder ist dies meist nicht möglich. Hier setzen die Lehrer auf das Üben von Liedern oder Spielen – ob dies jedoch erfolgreich ist, bezweifeln Experten stark.

Natürlich ist es wichtig, dem Kind viel beizubringen und seine Neugierde zu stillen. Das Kind jedoch so früh wie möglich mit allerlei Wissen vollzustopfen ist eher nachteilig. Vielmehr unterstützen Spezialisten den Grundgedanken, den Kindern eher Lerngelegenheiten in Bereichen zukommen zu lassen, von welchen sie mehr profitieren können.

Was ist mit Eltern, die sich die Kursgebühren nicht leisten können?

Diese Eltern brauchen sich keine Gedanken zu machen. Nach Belegen holen sich Kinder ihr Wissen auch später in der Schule nach und folgen dem Unterricht genauso problemlos. Nachteile hat das Kind durch ein Nichtteilnehmen also definitiv nicht.

Fazit

Wer sein Kind die Möglichkeit an zusätzlichem Wissen in punkto Fremdsprachen bieten möchte, kann dies gern tun. Wie die Fakten darlegen, schadet der Unterricht nicht. Die Frage bleibt nur offen, ob es das Kind wirklich möchte oder eher die Eltern. Wenn Ihr Kind Spaß an der Fremdsprache hat, so sollte man ihm den Spaß nicht nehmen. Erkennt man jedoch keinen Nutzen oder Freude bei den Kindern, so kann man sich sicher sein, dass das Kind auch in der Schule alles notwendige erlernen wird.

Fotocredit: Rawpixel.com, Photographee.eu /Shutterstock.com

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