Ist mein Kind Rechtshänder oder Linkshänder?

Ist mein Kind Rechtshänder oder Linkshänder?

Wenn Kinder mit dem Greifen beginnen, benutzen sie oftmals beide Hände gleichermaßen gern. Hier eine Vorliebe für die rechte oder linke Hand bestimmen zu wollen, wäre noch zu früh. Erst später, ab ungefähr dem 3. Lebensjahr kristallisiert sich allmählich heraus, ob das Kind Rechtshänder oder Linkshänder ist.

  • Was genau ist mit Rechts- oder Linkshändigkeit gemeint?
  • Wie find ich heraus, ob mein Kind Linkshänder ist?
  • Wird man bereits als Links- oder Rechtshänder geboren?
  • Kann es sein, dass mein Kind Beidhänder ist?
  • Sollte man sein Kind vom Links- zum Rechtshänder „umschulen“?

Was genau ist mit Rechts- oder Linkshändigkeit gemeint?

Spricht man von Rechtshändigkeit oder Linkshändigkeit, so ist hier die Bevorzugung der linken oder der rechten Hand beim Verrichten von verschiedenen Tätigkeiten gemeint. Beim Schreiben, Malen, Essen oder Winken kann man beobachten, welche Hand das Kind bevorzugt nutzt.

Kleiner Tipp: wenn Ihr Kind Linkshänder ist, sollten sie passende Scheren und andere Utensilien zeitig beschaffen, um Ihrem Kind die Arbeit zu erleichtern.

Wie find ich heraus, ob mein Kind Linkshänder ist?

Die Linkshändigkeit kann hirnorganisch nachgewiesen werden. Dies bedeutet, dass bei Linkshändern die rechte Großhirnhälfte deutlich stärker ausdifferenziert ist, als die linke Großhirnhälfte. Es gibt dennoch keine genaue Bilanz über die Häufigkeit der Linkshänder in unserer Gesellschaft. Laut Studien wird die Linkshändigkeit in der Bevölkerung auf ca. 20%-45% beziffert. Hierbei wird auch genau, dass Männer häufiger linkshändig agieren als Frauen.

Wird man bereits als Links- oder Rechtshänder geboren?

Eine Neigung zur Links- oder Rechtshändigkeit ist in der Tat angeboren. Da allerdings alle Kinder zur Nachahmung neigen, schauen sie sich vieles von ihren Eltern ab und einige Kinder schwenken folglich vom Linkshänder zum Rechtshänder über. Dies ist zwar möglich, sollte jedoch nicht erzwungen werden. Ihr Kind wird selbst entscheiden, mit welcher Hand es am besten arbeiten und tätig werden kann.

Kann es sein, dass mein Kind Beidhänder ist?

Die Wissenschaft bestätigt: echte Beidhänder gibt es in der Regel eigentlich nicht. Wenn man beobachtet, dass ein Kind oftmals beide Hände benutzt, dann liegt dies oftmals daran, dass dieses Kind zwangsweise lernen musste, mit der anderen Hand zu arbeiten. Viele Eltern glauben, dass die Linkshändigkeit das Leben des Kindes negativ beeinflusse. Dies ist jedoch ein Irrglaube.

Kleiner Tipp: zwingen Sie Ihrem Kind nicht auf, eine andere Hand für seine Tätigkeiten zu nutzen. Ihr Kind wird allein wissen, welche Hand es am besten einsetzen kann.

Sollte man sein Kind vom Links- zum Rechtshänder „umschulen“?

Besonders in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde die Linkshändigkeit als eine Art Behinderung angesehen. Man war damals peinlich darauf bedacht, diesen Fehler oder jene Art von Behinderung zu korrigieren. Bereits bei den ersten Anzeichen einer Linkshändigkeit wurden diese Kinder konsequent umdressiert. Sowohl Eltern, als auch Kindergärtnerinnen und Lehrer achteten auf die Nutzung der „dominanten, rechten“ Hand.

Heutzutage weiß man, dass die Nutzung der rechten oder linken Hand angeboren ist und dass die Umpolung der angeborenen Händigkeit einen massiven Eingriff auf das menschliche Gehirn bedeutet. Wissenschaftler erkannten, dass der zwangsweise Gebrauch der rechten Hand bei Linkshändern zu Störungen und Irritationen im Gehirn führen kann. Kleine Kinder werden hier deutlich mehr belastet, was mitunter schwere Folgen für das weitere Leben haben kann.

Mögliche Folgen einer „Umschulung“ :

  • Gedächtnisstörungen
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Legathenische Probleme
  • Feinmotorische Störungen
  • Sprachstörungen in Form von Stammeln oder Stottern
  • Bettnässen
  • Nägelkauen

Mediziner und Psychologen raten daher an, dass Eltern mit linkshändigen Kindern keine Umpolung veranlassen sollten, sondern den Kindern die Linkshändigkeit gewähren lassen müssen.

Nun könnte ein Argument lauten, dass diese These zwar leicht gelegt wird, jedoch der Alltag vieler Menschen mit Linkshändigkeit ganz anders aussieht. Dosenöffner, Scheren, Taschenmesser und viele andere Gegenstände sind oftmals lediglich für Rechtshänder gedacht – spezielle Gegenstände für Linkshänder sind meist teurer oder schwerer zu beschaffen.

Dennoch sollte Ihr Kind in seinem Leben unterstützt werden. Schaffen Sie passende Hilfsmittel wie passende Scheren, Kartoffelschäler, Dosenöffner etc. speziell für Linkshänder an, damit auch das Kind normal im Haushalt helfen kann und sich nicht eingeschränkt fühlt.

Fotocredit: Denis Simonov/Shutterstock.com

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