Leistenbruch beim Baby (Hernia inguinalis)

Leistenbriuch beim Baby

Leistenbruch beim Baby (Hernia inguinalis)

Während der Entwicklung des Fötus im Mutterleib wird der Leistenkanal (liegt zwischen Unterleib und Oberschenkel) vom Bauchfell ausgekleidet, das sich bis zur Geburt zurück bildet und die Verdauungsorgane komplett umschließt und somit eine Abgrenzung zu den Fortpflanzungsorganen bildet. Beim Leistenbruch verlagert sich jedoch Bauchinhalt in den Leistenkanal hinein, weil die Öffnung sich nicht ordnungsgemäß zugesetzt hat oder wieder aufgegangen ist. Oder es entstehen Lücken in Haut- oder Muskelgeweben, speziell an den Punkten wo beim Jungen der Samenstrang, beim Mädchen ein Aufhängeband der Gebärmutter durch die Bauchdecke tritt.

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Jungen sind viermal häufiger vom Leistenbruch betroffen als Mädchen.

Die Ausstülpung von Bauchinhalt (häufig Darmschlingen) in den Leistenkanal wird allgemein als Bruchsack bezeichnet. Bei Babys und Kleinkindern ist der Leistenbruch eine recht häufige Störung. Etwa eines von 20 Babys und 30 Prozent aller Frühgeborenen sind davon betroffen. Jungen sind viermal häufiger betroffen, wie Mädchen. Eine mögliche Erklärung dafür ist, daß sich die inneren Geschlechtsorgane des Jungen während der Schwangerschaft im Unterleib bilden, und erst ca. im siebten Monat in den Hoden wandern, danach erst schließt sich das Bauchfell. Hier kommt es häufig zu einer Störung, entweder sind die Hoden nun in der Bauchdecke gefangen oder der Leistenbruch tritt im Hoden auf.

 

Leistenbruch

Beim Mädchen kommt es zum Teil im Genitalbereich zum Leistenbruch, dabei schiebt sich Gewebe oder ein Teil des Darms vom Unterleib in den Leistenkanal. Untersuchungen haben ergeben, daß 40% aller Leistenbrüche auf der rechten, 20% auf der linken Körperseite auftreten. Bei den restlichen 20% sind beide Seiten betroffen. Erkennbar wird ein Bruch besonders bei körperlicher Anstrengung, unter Einsatz der Bauchmuskulatur, wie Husten oder Niesen oder während des Pressvorganges bei Stuhlgang, dabei zeichnet sich eine weiche Schwellung unter der Haut, an den Schamlippen oder im Hodensack ab. Wenn der Leistenbruch bei Babys und Kleinkindern nicht angeboren ist, entwickelt er sich sehr langsam, meist über viele Jahre. Er entsteht so gut wie nie durch einen Unfall oder durch das einmalige Heben einer schweren Last. Ein Leistenbruch kann in keinem Fall selbst behandelt werden. Sobald Sie erkennen, dass Ihr Kind eine Beule in der Leisten- bzw. Bauchgegend aufweist, suchen Sie bitte umgehend Ihren Kinderarzt oder ein Krankenhaus auf. Besonders dann, wenn Ihr Baby auf jede Art von Druck mit Weinen reagiert.

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In der Regel verursacht ein Leistenbruch keine Schmerzen, es sei denn Darmschlingen oder andere Organe werden eingeklemmt. Diese Schmerzen treten oft in Kombination mit Übelkeit und Erbrechen auf. Ist der Darm eingeklemmt, kann es im schlimmsten Fall zum Absterben des Gewebes oder zum Darmverschluss kommen, ebenso kann sich das Bauchfell entzünden. Eine mangelnde Durchblutung des Hodens kann zu einer dauerhaften Funktionsstörung führen. Ein Leistenbruch wird heutzutage immer operativ behandelt, da er sich nicht von selbst zurückbilden kann. Die Behandlung mit so genannten Bruchbändern ist nicht mehr zeitgemäß. Die meisten Operationen dieser Art werden ambulant durchgeführt. Je nach Art des Bruchs erfolgt die Operation jedoch in Vollnarkose.

 

Ihr Arzt wird Sie eingehend beraten und Sie auch über mögliche Komplikationen und Risiken aufklären. In diesem Gespräch muss dem Arzt auch mitgeteilt werden, ob zusätzlich andere Probleme wie Allergien, Fehlbildungen des Herzens oder sonstige Infektionen vorhanden sind. Schmerzen nach dem Eingriff werden bei Babys und Kleinkindern vermehrt mit Schmerzzäpfchen therapiert. Das Baby sollte zudem viel trinken und wie gewohnt gefüttert werden. Größere Kinder sollten jedoch mindestens drei – sechs Wochen lang keinen Sport treiben. Nach ungefähr acht Tagen werden die Fäden bzw. Klammern entfernt und es darf wieder geduscht werden. In 5 – 10% der Fälle kommt es jedoch aufgrund einer Bindegewebsschwäche an gleicher Stelle wieder zum Bruch, bei angeborener Schwäche kann auch oft die andere Seite betroffen sein.

 

Autor: Redaktion / Diana

Fotocredit: Ramona Heim, Evgeny Atamanenko /Shutterstock.com

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