Fünfzehn Monate altes Baby

Ihr Kind im 15. Lebensmonat

Die Fortschritte beim Laufenlernen haben schon bei vielen Kindern dazu geführt, dass Sie nun wenn auch noch wackelig aber immerhin selbständig und freihändig gehen können. Das Zeigen auf Gegenstände mit der Aufforderung „haben“ funktioniert noch vor der Fähigkeit, einzelne Gegenstände richtig zu benennen. Das Kind versucht aber auch schon das ein oder andere richtig zu benennen. Ihr Kleines entwickelt sich nicht gleichmäßig, Sie werden immer mal wieder richtige Lernschübe feststellen. Bereits Gelerntes scheint es dann manchmal fast wieder zu vergessen. Allerdings verschwindet es nicht völlig, sondern ruht nur so lange, wie sich das Kleine auf das Neue konzentriert. Ist dieser Prozess abgeschlossen, taucht auch alles zuvor Gelernte wieder auf.

Aufgaben machen die Kleinen ganz groß

Ihr Kleines wird in der jetzigen Phase versuchen Sie in allem nachzuahmen. Wenn Sie im Beisein Ihres Kindes nachvollziehbare Tätigkeiten vollbringen, wird es Ihnen gerne helfen. So möchte es mit Ihnen beispielsweise Wäsche aufräumen, den Boden putzen und auch bügeln wollen. Geben Sie Ihrem Kind kleine Aufgaben, die wird es mit großer Begeisterung ausführen. Die Bitte „Bitte hol mal das Handtuch“ wird umgehend erledigt und eine erledigte Aufgabe erfüllt das Kind mit großem Stolz.

Auch Spielen will gelernt sein

Es sieht nun fast so aus, als würden die Kleinen in diesem Alter die Kunst des Spielens verstanden haben. Ihr Kind spielt wahrscheinlich jetzt schon mit Begeisterung. Es zieht oder schiebt Spielzeug hinter oder neben sich her während es läuft und freut sich, die Dinge von A nach B befördern zu können, was hin und wieder für ganz schöne Unordnung in Ihrem Heim sorgen kann. Und Ihr Kleines liebt es, wenn Sie mit ihm spielen: Es kann in einem Bilderbuch auf einzelne Körperteile zeigen, wenn Sie danach fragen. Es kann Dinge aus Schubladen herausnehmen und wieder hineinlegen. Und es beginnt zu verstehen, wie Formen zueinander passen: die richtigen Deckel auf die richtigen Töpfe und die richtigen Bauklötze aufeinander. Das ist ein weiterer, wichtiger Meilenstein, den Ihr Kleines zurückgelegt hat.

Die kleine Persönlichkeit

Ihr Kind wird sie jetzt (manchmal von einen Tag auf den anderen) zum ersten Mal bewusst wahrnehmen. Wenn es beispielsweise vor dem Spiegel steht wird es nicht länger versuchen dieses „andere“ Kind was aus dem Spiegelt lacht anzufassen. Jetzt erlebt sich Ihr Kleinkind als ein eigenes und unabhängiges Wesen, nicht bloß als eine Art „Anhängsel“ der Mutter. Überhaupt hat jedes Kind von Geburt an sein eigenes Wesen, seine eigene Art mit gewissen Dingen umzugehen. Das ist sein Charakter. Diese Strukturen werden Sie, je größer das Kleine wird, immer besser erkennen können und vielleicht können Sie auch charakterliche Parallelen zu Mama oder Papa feststellen. Akzeptieren, respektieren und fördern Sie die angeborenen Charaktereigenschaften Ihres Kindes – Sie helfen ihm so sich entfalten zu können. Finden Sie heraus, wie Ihr Kind reagiert und wie Sie die Umgebung so gestalten können, dass Ihr Kleines damit gut zurechtkommt. Erwachsene können Ihre Lebensumstände so gestalten, dass sie sich wohl fühlen, aber Ihr Kind ist ganz auf Sie angewiesen. Dieses Alter ist auch das Alter des Neinsagens. Das ist ihre Art, ihr neues Ichbewusstsein zu behaupten. Möglicherweise bekommen Sie weniger Neins entgegengeschmettert, wenn Sie selbst möglichst selten nein sagen. Versuchen Sie stattdessen Ihren Satz umzuformulieren indem Sie Neins so oft wie möglich vermeiden und dem Kind eine Alternative anbieten. Sie müssen Sie langsam aber sicher damit abfinden, dass Ihr Kind kein Baby mehr ist, sondern schon eine eigene kleine Persönlichkeit – manchmal bereits mit ersten Ecken und Kanten.

Fotocredit: Asia Images Group/Shutterstock.com

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